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    <title>Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur)</title>
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    <updated>2012-05-08T17:04:13Z</updated>
    <subtitle>Der AK Zensur wendet sich gegen Netz-Sperren und Internetzensur und gegen den schleichenden Aufbau einer dazu dienenden Infrastruktur.</subtitle>
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    <title>Blockiert die Blockierer</title>
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    <published>2012-05-08T16:22:04Z</published>
    <updated>2012-05-08T17:04:13Z</updated>

    <summary>Ich mag ja die Briten. Ihre Musik, die Pubs, ihren schwarzen Humor, ja sogar ihre manchmal konservativ verschrobene Einstellung. England wäre ein schöner Ort. Doch ich mag nicht ihre sprechenden Kameras, den Hang ihrer Regierung Dinge und Menschen kontrollieren und...</summary>
    <author>
        <name>Joachim Bellé</name>
        
    </author>
    
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        <category term="Urheberrecht" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    
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        <![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich mag ja die Briten. Ihre Musik, die Pubs, ihren schwarzen Humor, ja sogar ihre manchmal konservativ verschrobene Einstellung. England wäre ein schöner Ort. Doch ich mag nicht ihre sprechenden Kameras, den Hang ihrer Regierung Dinge und Menschen kontrollieren und überwachen zu wollen. Das erinnert allzu sehr an Deutschland. Nun haben sie mit Internetsperren noch einen drauf gesetzt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><br style="font-family: serif;" /></p>]]>
        <![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Londoner High Court hat <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Britische-Provider-muessen-Pirate-Bay-blockieren-1564289.html">kürzlich entschieden</a>, dass die Internetanbieter Sky, Everything Everywhere, TalkTalk, O2 und Virgin Media <a href="http://thepiratebay.se/"><span style="font-family: Georgia,Bitstream Charter,serif;">The Pirate Bay</span></a> sperren müssen. Ich stoße mich weniger an der Ansicht der Richter, <a href="http://thepiratebay.se/"><span style="font-family: Georgia,Bitstream Charter,serif;">The Pirate Bay</span></a> sei haftbar für Urheberrechtsverletzungen. Dieses Problem müssen wir mit einer Reform des Urheberrechts in Europa endlich lösen – und vielleicht dann gleich konsequent Google verbieten. <a href="http://thepiratebay.se/"><span style="font-family: Georgia,Bitstream Charter,serif;">The Pirate Bay</span></a> ist das Google für BitTorrent.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich frage mich, warum können die Briten den in der EU vorgesehenen Weg für eine Klage in Schweden nicht einhalten? Ist Schweden kein souveräner Rechtsstaat? Ist eine solche Form von britischer EU-Kritik noch zu tolerieren? Offensichtlich sind die Briten an keiner ernsthaften Lösung mit Europa interessiert. Was würde geschehen, wenn die Briten einen schwedischen Fernsehsender stören? Das wäre doch illegal.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Asterix würde sagen: „die spinnen, die Briten“. Ich würde sagen, Internetsperren sind nicht akzeptabel. Warum, das haben wir oft genug dargestellt. Doch was man tun kann, da gibt es 1000 Möglichkeiten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<h2 style="margin-bottom: 0cm;">Eine Möglichkeit</h2>
<p style="margin-bottom: 0cm;">findet sich bei <a href="http://www.datenschutzraum.de/blog/2012/05/07/britenblockade/">datenschutzraum.de</a>. Dort wird ein Schript angeboten, das die Kunden der zur Sperrung verpflichteten britischen Betreiber von der eigenen Webseite aussperrt. Steuert ein Opfer der Sperrbemühungen eine solche Seite an, so sieht der einen <a href="http://www.datenschutzraum.de/download/uk-netzwerke/">Hinweis</a> der den Nutzer auffordert, sich bei der Regierung wegen Internetzensur zu beschweren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Da aber nicht die Nutzer schuld sind gibt es auch einen Hinweis auf <a href="http://hidemyass.com/">hidemyass</a>. Mit einem Klick, so sie den <a href="http://www.datenschutzraum.de/download/uk-netzwerke/">Hinweis</a> lesen, können die dann die Seite dennoch sehen, sich etwa über Zensur im Netz informieren. Gleichzeitig erfahren sie eine simple Schutzmaßnahme, wenn der Überwachungs- und Sperrwahn weiter um sich greift.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der wirkliche Effekt dieser Maßnahme könnte aber ein Anderer sein. Vorausgesetzt genügend Websites machen mit, dann werden die britischen Provider bemerken, dass sie nur Gast im Netz sind. Sie werden bemerken, dass nicht nur The Pirate Bay aus ihren Netzen verschwindet. Es verschwinden auch vollkommen legale informative oder einfach nur spaßige Seiten. Das Netz der Blockierer wird kleiner, so wie das Netz droht durch Sperren zu schrumpfen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es könnte für die Briten so klein werden, dass schlimmstenfalls weitere Provider schließen müssen. Natürlich will das niemand. Wir wollen, dass sie den Protest wahrnehmen und in die Regierungen tragen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Letztlich gibt diese Form des Protestes einen Ausblick auf das was kommt, wenn sich die Hardliner durchsetzen. Das Netz der Interessen Einzelner und der Starken, der Regierungen und der großen Firmen. Wir wollen das nicht, so verständlich deren Anliegen, so notwendig deren Präsenz auch ist. Zur Strafverfolgung gibt es andere und wirksamere Mittel. Mittel, die ganz sicher nicht durch europäische Grenzen verhindert werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Internetsperren europäischer Seiten in Europa sind eine Bankrotterklärung für den europäischem Gedanken und für den Glauben an Rechtsstaatlichkeit. Internetsperren machen Europa zum rechtsfreiem Raum. Dem Raum, wo jeder Staat nach Belieben einem nationalen Richter auf Weisung einer Lobby Entscheidungen über richtig und falsch in anderen europäischen Staaten, gar ohne jegliche Legitimation über 750 Millionen Menschen überlässt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Um ein <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Kommissarin-Macht-euch-keine-Sorgen-mehr-wegen-ACTA-1568070.html">Zitat</a> von EU-Kommissarin Neelie Kroes abzuwandeln: Offen und frei solle unser Europa sein, aber "kein gesetzloser Wilder Westen".</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wer nun meint, es betreffe doch nur die Briten, der irrt. Die Sperren erfolgen nicht ohne Absicht. Die Sperren erfolgen, um The Pirate Bay aus dem Netz zu fegen. In diesem Fall um den Vorstellungen der Rechteverwerter genüge zu tun, freilich ohne jegliche britische Legitimation in Schweden und Europa. Internetsperren verändern das Netz, lassen Seiten letzlich unabhängig vom Inhalt verhungern. Dennoch bleibt der Urheber der behaupteten Rechtsverletzung online. Zu The Pirate Bay gibt es hunderte Alternativen. Darunter gibt es auch welche, die Nutzer ernsthaft schaden können. Underground mit allen Gefahren ist die Konsequenz aus der Entscheidung der Richter eine unliebsame Seite nicht mehr wahrnehmen zu wollen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Warum ist The Pirate Bay noch am Netz? Offensichtlich gibt es auch legale Alternativvorstellungen. Das offenbart ein lausiges Rechts- und Technikverständnis des Londoner Richters.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<h2 style="margin-bottom: 0cm;">Wir wollen ein offenes Netz und keinen Underground.</h2>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Deshalb: wenn ihr über einen eigenen Webspace und die technischen Möglichkeiten verfügt: <a href="http://www.datenschutzraum.de/blog/2012/05/07/britenblockade/">sperrt die Blockierer aus</a>.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<h2 style="margin-bottom: 0cm;">Ein Service<br /></h2>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Als Service für die Briten noch eine <a href="http://about.piratereverse.info/proxy/list.html">Liste von URLs</a>, durch die The Pirate Bay legal immer noch erreichbar ist. Selbstverständlich wird kein Brite das ausnutzen um eine Urheberrechtsverletzungen zu begehen, genau so, wie er den Stadtplan nicht nutzt eine auszuraubende Bank zu finden. Denn die britische Wissenschaft, Kunst und Kultur sind legendär. Die Briten, die ich kenne sind jedenfalls über jeglichen Verdacht erhaben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<table width="100%" border="0">
<tbody>
<tr>
<td><strong>URL</strong></td>
<td width="140"><strong>Complete proxy?</strong></td>
<td width="130"><strong>Server location</strong></td>
</tr>
<tr>
<td><a href="https://tpb.pirateparty.org.uk/" target="_blank">https://tpb.pirateparty.org.uk/</a> « recommended!</td>
<td>yes</td>
<td>UK</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://thepiratebay.se.proxy.piratenpartij.nl/" target="_blank">http://thepiratebay.se.proxy.piratenpartij.nl/</a> « recommended!</td>
<td>yes</td>
<td>Netherlands</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.fucktimkuik.org/" target="_blank">http://www.fucktimkuik.org/</a></td>
<td>yes</td>
<td>various</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="https://piratereverse.info/" target="_blank">https://piratereverse.info/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Sweden</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://unblockedpiratebay.com/" target="_blank">http://unblockedpiratebay.com/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Singapore</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://labaia.ws/" target="_blank">http://labaia.ws/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Switzerland</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.pirateproxy.net/" target="_blank">http://www.pirateproxy.net/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Canada</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://lanunbay.org/" target="_blank">http://lanunbay.org/</a></td>
<td>yes</td>
<td>US</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://malaysiabay.org/" target="_blank">http://malaysiabay.org/</a></td>
<td>yes</td>
<td>US</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://thepiratemirror.org/" target="_blank">http://thepiratemirror.org/</a> <small>(not working properly as of 06/05/2012)</small></td>
<td>yes</td>
<td>Netherlands</td>
<td>&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://alt.ragerik.info/" target="_blank">http://alt.ragerik.info/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Canada</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://tpb.genyaa.org/" target="_blank">http://tpb.genyaa.org/</a></td>
<td>yes</td>
<td>US</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://tpb.nothingishere.net/" target="_blank">http://tpb.nothingishere.net/</a></td>
<td>yes</td>
<td>US</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://theunblockedbay.info/" target="_blank">http://theunblockedbay.info/</a></td>
<td>yes</td>
<td>US</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://tpb.troy4.com/" target="_blank">http://tpb.troy4.com/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Brazil</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.theslyratebay.com/" target="_blank">http://www.theslyratebay.com/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Netherlands</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://tpb.fl.ax/" target="_blank">http://tpb.fl.ax/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Sweden</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.thepiratebay.musicmarketonline.es/" target="_blank">http://www.thepiratebay.musicmarketonline.es/</a></td>
<td>yes</td>
<td>UK</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://thepiratebay.se.seventhproxy.com/" target="_blank">http://thepiratebay.se.seventhproxy.com/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Germany</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://dewilligen.net/" target="_blank">http://dewilligen.net/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Netherlands</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://tpb.alpha7f.com/" target="_blank">http://tpb.alpha7f.com/</a></td>
<td>no</td>
<td>US</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://bay.stryp.in/" target="_blank">http://bay.stryp.in/</a></td>
<td>yes</td>
<td>US</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://freedomto.us/" target="_blank">http://freedomto.us/</a></td>
<td>yes</td>
<td>France</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://tpb.soundreactor.ch/" target="_blank">http://tpb.soundreactor.ch/</a></td>
<td>yes</td>
<td>Germany</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>]]>
    </content>
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    <title>Zehn Wünsche der Urheberrechtsindustrie</title>
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    <id>tag:ak-zensur.de,2012://14.971</id>

    <published>2012-03-21T10:37:45Z</published>
    <updated>2012-03-21T10:50:12Z</updated>

    <summary>Der &quot;Wirtschaftsdialog für mehr Kooperation bei der Bekämpfung der Internetpiraterie&quot; vom Bundeswirtschaftsministerium, Internet-Providern und Rechteinhabern hat eine Liste mit zehn möglichen Maßnahmen zusammengestellt. Und siehe da: von Entwarnung kann wirklich keine Rede sein, denn zu den diskutierten Maßnahmen gehört der...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
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    </author>
    
        <category term="Urheberrecht" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://ak-zensur.de/">
        <![CDATA[<p>Der "Wirtschaftsdialog für mehr Kooperation bei der Bekämpfung der Internetpiraterie" vom Bundeswirtschaftsministerium, Internet-Providern und Rechteinhabern hat eine Liste mit zehn möglichen Maßnahmen zusammengestellt. Und siehe da: von <a href="http://ak-zensur.de/2012/03/keine-entwarnung.html">Entwarnung</a> kann wirklich keine Rede sein, denn zu den diskutierten Maßnahmen gehört der Ausbau der Abmahnindustrie, De-Anonymisierung der Nutzer, mehr Auskunftsrechte für Rechteinhaber und natürlich weiterhin die Warnhinweise. Insgesamt kann man sagen, dass es sich um einen Frontalangriff auf das Web 2.0 handelt.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Bei den zehn Punkten handelt es sich nach unserer Information um die folgenden:</p>
<ol>
<li>Durchführung einer Aufklärungskampagne zum Urheberrecht.<br /><em>Eine Arbeitsgruppe des Wirtschaftsdialogs hat schon Vorschläge für eine Kampagne erarbeitet.</em></li>
<li>Die Werbewirtschaft soll dafür sorgen, dass auf Up-/Downloadplattformen keine Werbung mehr geschaltet bzw. nicht mehr dafür bezaht wird.<br /><em>Interessant dabei: Zanox als eines der großen Partnerprogramm-Werbenetzwerke gehört der Axel Springer AG. Das zweite große, Affilinet, gehört zu United Internet.</em></li>
<li>Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit, insbesondere bei Downloadportalen und 1-Klick-Hostern.<br /><em>Siehe Kimble: das scheint ja doch erste Ergebnisse zu geben.</em></li>
<li>Die Provider sollen IP-Adressen lange genug speichern, so dass die Abmahnindustrie weiter ausgebaut werden kann.<br /><em>Angeblich hat man sich intern bereits auf 7 Tage Mindestspeicherung extra für Auskünfte der Rechteinhaber geeinigt.</em></li>
<li>Im Justizministerium wird derzeit an der Deckelung der Abmahngebühren gearbeitet. Die Rechteinhaber sprechen sich ausdrücklich dagegen aus.<br /><em>Wie zu hören war, müssen die Rechteinhaber richtiggehend getobt und gedroht haben, den Dialog zu verlassen, wenn die Deckelung umgesetzt wird.</em></li>
<li>Bei Urheberrechtsverletzungen in gewerblichem Ausmaß sieht § 101 UrhG weitere Auskunftspflichten vor. Die Rechteinhaber möchten die Einschränkung auf Gewerblichen Ausmaß gestrichen haben.<br /><em>Das bedeutet: jede kleine Urheberrechtsverletzung würde umfassende Auskunftspflichten nach sich ziehen, Rechteinhaber könnten beispielsweise Daten über Nutzer erfragen, die in einem Diskussionsforum zu viel aus einer Zeitung zitieren</em>.</li>
<li>Es steht die Forderung um Raum, umfassendere Möglichkeiten zur Beauskunftung zu schaffen: Neben Anschlussinhaber und Adresse sollen die Provider dem Rechteinhaber auch E-Mail-Adresse, Bankdaten und die IP-Adressen anderer Sitzungen herausgeben.</li>
<li>Es wird eine änderung der Impressumspflicht angestrebt: diese soll auch bei selbst eingestellten Inhalten gelten.<br /><em>Sprich: Uploader (z.B. bei bei 1-Klick-Hostern und anderen Plattformen, auf denen häufig Urheberrechtsverletzungen vorkommen) sollen dadurch deanonymisiert werden, andersfalls soll der Plattformbetreiber haften.&nbsp;Je nach Formulierung betrifft das auch Youtube, die Wikipedia und natürlich noch viel mehr.</em></li>
<li>Statt einer örtlichen Zuständigkeit, sollen Strafverfolgungsbehörden, die Gewerbeaufsicht usw. thematisch organisiert werden. Sprich: Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Internet-Delikte bzw. Urheberrechtsverletzungen.<br /><em>Dies ist ein Punkt, der auch in anderem Kontext (Betrug via Internet usw.) immer wieder gefordert wird.</em>&nbsp;</li>
<li>Die Rechteinhaber fordern weiterhin, dass die Provider an Rechtsverletzer Warnhinweise verschicken, wollen aber nicht auf Abmahnungen verzichten.<br /><em>Wie bekannt: die Provider lehnen eine freiwillige Lösung ab. Nun liegt es also am Gesetzgeber …</em></li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bei den zehn Punkten handelt es sich im Wesentlichen um die Verhandlungsmasse. Daher ist eher nicht zu erwarten, dass alles kommt; aber viele Einzelpunkte sind schon schlimm genug an sich. Als Forderungen an sich sind die meisten Sachen nicht gänzlich neu. Neu ist aber, dass diese auch von der Bundesregierung zumindest in Erwägung gezogen werden. Und im Kontext von ACTA taucht ähnliches auch immer wieder auf …</p>]]>
    </content>
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    <title>Keine Entwarnung vor dem Warnhinweismodell</title>
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    <id>tag:ak-zensur.de,2012://14.970</id>

    <published>2012-03-20T22:42:23Z</published>
    <updated>2012-03-21T08:45:15Z</updated>

    <summary><![CDATA[Die&nbsp; deutschen Provider sind lernfähig. Im Jahre 2009 noch wurden die&nbsp; Sperrverträge von Ursula von der Leyen, die mangels gesetzlicher Grundlage&nbsp; rechtswidrig waren, „freiwillig“ unterschrieben. Damals wurden die Provider massiv unter Druck gesetzt, hatten aber nichts zu gewinnen als sich...]]></summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
        <uri>http://alvar.a-blast.org/</uri>
    </author>
    
        <category term="Urheberrecht" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    <category term="acta" label="ACTA" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    <category term="abmahnindustrie" label="Abmahnindustrie" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
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    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://ak-zensur.de/">
        <![CDATA[<p><span class="author-p-4">Die&nbsp; deutschen Provider sind lernfähig. Im Jahre 2009 noch wurden die&nbsp; Sperrverträge von Ursula von der Leyen, die mangels gesetzlicher Grundlage&nbsp; rechtswidrig waren, „freiwillig“ unterschrieben. Damals wurden die Provider massiv unter Druck gesetzt, hatten aber nichts zu gewinnen als sich nicht dem wirren Vorwurf der Kinderschänder-Unterstützung auszusetzen. Heute, drei Jahre später, ist es genau umgekehrt. Mancher <a class="ext" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Regulierer-Verstoesse-gegen-die-Netzneutralitaet-weit-verbreitet-1470952.html">Provider könnte geneigt sein</a>, Urheberrechtsverletzungen auch mittels Warnhinweisen zu&nbsp; Leibe zu rücken</span><span class="author-p-4">. Wie jedoch aus den bekanntlich <a href="http://ak-zensur.de/2012/03/geheimverhandlungen.html">geheim geführten</a></span><span class="author-p-4">&nbsp;Verhandlungen zu erfahren war, haben sich die Provider einstimmig gegen eine freiwillige Vereinbarung, wie von den Rechteverwertern und dem <a class="ext" href="http://www.teltarif.de/wirtschaftsdialog-rolf-schwartmann-two-strikes/news/46075.html">Gutachter des Wirtschaftsministeriums</a></span><span class="author-p-4">&nbsp;gefordert, gewehrt. Ähnliches <a class="ext" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gespraeche-ueber-freiwillige-Two-Strikes-Regelung-gescheitert-1473394.html">berichtet auch heise online</a></span><span class="author-p-4">. &nbsp;</span></p>
<div id="magicdomid6"><span class="author-p-4">Ist damit das Warnhinweismodell erledigt, gar endgültig gescheitert?</span></div>]]>
        <![CDATA[<p>Nein, denn nun liegt die Initiative wieder bei vom FDP-Vorsitzenden Rösler geführten Wirtschaftsministerium und dort konkret bei Staatssekretär Hans-Joachim Otto. Nach allem was so bekannt ist, steht man dort dem Warnhinweismodell grundsätzlich positiv gegenüber. Und so schreibt Heise auch: „Damit rückt eine&nbsp; mögliche politische Lösung wieder in den Fokus.“ Konkret kommt es nun&nbsp; darauf an, ob das Bundeswirtschaftsministerium eine gesetzliche Regelung&nbsp; des Warnhinweismodells forcieren und eine entsprechende politische&nbsp; Initiative ergreifen wird. Noch also ist es zu früh für eine Entwarnung vor dem Warnhinweismodell – das wurde beim Abschreiben der Heise-Meldung aber meist vergessen.</p>
<div id="magicdomid8"><span class="author-p-4">Dabei wird auch immer wieder vergessen, dass das Warnhinweismodell nur ein Baustein in der gesamten Diskussion war. Wie aus Verhandlungskreisen zu hören war, steht auch der Plan des Justizministeriums die Abmahnkosten weiter zu deckeln zur Diskussion: die Rechteverwerter sollen richtig getobt haben – klar, das würde ja auch die gesamte <a class="ext" href="http://www.heise.de/extras/ct/pdf/ct1001154.pdf">Abmahnindustrie</a></span><span class="author-p-4">&nbsp;gefährden! Insgesamt gibt es eine Liste mit zehn möglichen weiteren Maßnahmen, wie auch das Ministerium <a class="ext" href="http://bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=481748.html">in einer Pressemeldung</a>&nbsp;</span><span class="author-p-4">bestätigt – ohne dabei konkret zu werden. Vorschläge von <a class="ext" href="https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Presse/Publikationen/Kurzfassung_Dialogpapier.pdf">GEMA</a>,&nbsp;</span><span class="author-p-4"><a class="ext" href="http://www.gvu.de/25_188_GVU_fordert_Ueberpruefung_des_Haftungsprivilegs_fuer_Host_Provider_Restrukturierung_bei_Raubkopien_Portalen_zeigt_Filehoster_mit_Upload_Praemien_sind_integraler_Bestandteil_fuer_systematische_Urheberrechtsverletzungen.htm">GVU</a>&nbsp;</span><span class="author-p-4">und anderen Verbänden gibt es ja genug …</span></div>
<div id="magicdomid11"><span class="author-p-4">Gespannt&nbsp; sind wir dann auch, ob Vertreter des AK Zensur an den weiteren Terminen&nbsp; des „Dialoges“ beim BMWi zum Warnhinweismodell und dem Maßnahmekatalog&nbsp; teilnehmen dürfen.</span></div>
<div><span class="author-p-4"><br /></span></div>
<p>&nbsp;</p>]]>
    </content>
</entry>

<entry>
    <title>Geheimverhandlungen à la ACTA</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://ak-zensur.de/2012/03/geheimverhandlungen.html" />
    <id>tag:ak-zensur.de,2012://14.968</id>

    <published>2012-03-13T12:53:09Z</published>
    <updated>2012-03-13T14:11:56Z</updated>

    <summary><![CDATA[Bundeswirtschaftsministerium verhandelt Warnhinweismodell unter Ausschluss der Öffentlichkeit Berlin, 13.03. Am kommenden Donnerstag verhandeln das Bundeswirtschaftsministerium, &nbsp;Vertreter der Inhalte-Industrie und Internetanbieter über die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet. Erklärtes Ziel dieses "Wirtschaftsdialoges“ ist eine Selbstverpflichtung der Zugangsanbieter: Diese sollen zukünftig freiwillig...]]></summary>
    <author>
        <name>AK Zensur</name>
        <uri>http://ak-zensur.de/</uri>
    </author>
    
        <category term="Pressemeldungen" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://ak-zensur.de/">
        <![CDATA[<h3>Bundeswirtschaftsministerium verhandelt Warnhinweismodell unter Ausschluss der Öffentlichkeit</h3>
<p>Berlin, 13.03. Am kommenden Donnerstag verhandeln das Bundeswirtschaftsministerium, &nbsp;Vertreter der Inhalte-Industrie und Internetanbieter über die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet. Erklärtes Ziel dieses "Wirtschaftsdialoges“ ist eine Selbstverpflichtung der Zugangsanbieter: Diese sollen zukünftig freiwillig auf Anforderung der Rechteinhaber und ohne rechtsstaatliche Kontrolle Abmahnungen, genannt Warnhinweise, an ihre Kunden verschicken. Wie der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur jetzt kritisiert, kann von einem echten Dialog nicht die Rede sein: Vertreter aus der Netzgemeinschaft dürfen auch nach auf mehrfacher Nachfrage nicht an den Gesprächen teilnehmen.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Alvar Freude, Mitglied im AK Zensur und Mitglied der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages, kommentiert: "Es ist erstaunlich, dass die Bundesregierung aus dem ACTA-Desaster nichts gelernt hat. Noch während der anhaltenden Debatte um die intransparenten Inhalte des ACTA-Abkommens sollen die Internetnutzer erneut keinen Platz am Verhandlungstisch haben. Obwohl über Zukunftsfragen entschieden werden soll."</p>
<p>Franziska Heine, Initiatorin der mit über 130.000 Unterzeichnern erfolgreichen Petition gegen Internetsperren, meint: "Ein vom FDP-Vorsitzenden Rösler geführtes Ministerium sollte nicht erst ermahnt werden müssen, dass gerade in netzpolitischen Fragen die Beteiligung der Bürger und Internetnutzer unumgänglich ist, wenn man akzeptierte Lösungen finden will."</p>
<p>Der AK Zensur warnt zugleich vor dem Warnhinweismodell selbst. Die mit dem Warnhinweismodell einhergehende Privatisierung der Rechtsverfolgung im Urheberrecht bringe die Zugangsanbieter als "Hilfssheriffs" der Inhalteindustrie gegen Internetnutzer in Stellung. Gegen entsprechende Modelle bestehen vielfältige Bedenken - auch verfassungsrechtlicher Art. So kommt eine von Prof. Hoeren von der Universität Münster erarbeitete Studie zu dem Schluss, dass gegen das vom BMWi präferierte Modell "sowohl aus &nbsp;politischer, praktischer, technischer als auch aus rechtlicher Sicht &nbsp;erhebliche Bedenken" bestehen. Alvar Freude: "Die Politik täte besser daran, dem grassierenden Abmahnunwesen Einhalt zu gebieten. Wenn Rechteinhaber kostenlose Warnhinweise verschicken wollten, dann hätten sie selbst dies seit Jahren tun können." Urheberrechtsverletzungen im Internet würden ohnehin am besten durch bequem nutzbare und faire legale Angebote bekämpft.</p>
<h3>Hintergrund:</h3>
<p>Bereits seit geraumer Zeit verhandeln Bundeswirtschaftsministerium, Vertreter der Inhalte-Industrie und Internet-Zugangs-Anbieter über Warnhinweise gegen Urheberrechtsverletzungen. Die Rechteinhaber fordern diese schon lange in unterschiedlichen Varianten. Frischen Schwung in der Debatte erhoffte sich das Wirtschaftsministerium durch eine neue Auftragsstudie. Prof. Schwartmann von der Fachhochschule Köln bescheinigte[1] jüngst dem Warnhinweismodell des BMWi rechtliche Unbedenklichkeit. Ein Gegengutachten von Prof. Dr. Thomas Hoeren von der Uni Münster kommt zu dem gegenteiligen Ergebnis.[2] Über dieses Gutachten und das Warnhinweismodell soll nunmehr mit der Industrie verhandelt werden. Der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur, dem verschiedene Organisationen aus der Bürgerrechtsbewegung ebenso wie Blogger, Anwälte, Urheber verschiedener Branchen und ganz normale Internetnutzer angehören, hatte sich zu diesem Dialog beim Bundeswirtschaftsministerium angekündigt. Das Ministerium hat aber die Teilnahme – wie auch die anderer Vertreter der Internetnutzer – abgelehnt. Teilnehmer außerhalb der Industrie seien nicht erwünscht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>[1] <a class="ext" href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=474202.html">http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=474202.html<br /></a>[2] <a class="ext" href="http://politik.eco.de/files/2012/03/20120227-Hoeren-eco-Gutachten_final-2702.pdf">http://politik.eco.de/files/2012/03/20120227-Hoeren-eco-Gutachten_final-2702.pdf</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>(Veröffentlichung honorarfrei)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Aussender:<br /><span style="font-weight: normal;">Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur)<br /></span><span style="font-weight: normal;"><a href="http://ak-zensur.de/">http://ak-zensur.de/</a></span></h4>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><strong>Pressekontakt:</strong>&nbsp;</strong><br />presse@ak-zensur.de<br />Alvar Freude, Tel. (01 79) 13 46 47 1</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><strong>Über den Arbeitskreis gegen Internetsperren (AK Zensur)</strong></h4>
<p>Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) ist ein überparteilicher Zusammenschluss verschiedener Online-Bürgerrechtsorganisationen, Internet-Aktivisten, Netzpolitiker, Juristen, Medienwissenschaftler, Medienpädagogen und Techniker.</p>
<p>Ursprünglich als Bündnis gegen die Pläne zur Einführung von Internetsperren und das Zugangserschwerungsgesetz gegründet, beschäftigt sich der AK Zensur auch mit verwandten Themen wie Internet-Filtern („Jugendschutzprogrammen“) und dem Jugendmedienschutzstaatsvertrag.</p>
<p>&nbsp;</p>]]>
    </content>
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    <title>Die „Feinde des Internets 2012“</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://ak-zensur.de/2012/03/internet-feinde-2012.html" />
    <id>tag:ak-zensur.de,2012://14.967</id>

    <published>2012-03-12T09:41:07Z</published>
    <updated>2012-03-12T09:52:26Z</updated>

    <summary>Zum Welttag gegen Internetzensur am 12. März veröffentlicht Reporter ohne Grenzen (ROG) den aktuellen Bericht über die „Feinde des Internets“. Er beschreibt Staaten mit massiver Online-Überwachung und dokumentiert deren Kontroll- und Zensurmaßnahmen. ROG zählt zwölf Länder zu den Feinden des...</summary>
    <author>
        <name>Alvar Freude</name>
        <uri>http://alvar.a-blast.org/</uri>
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    <category term="zensur" label="Zensur" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://ak-zensur.de/">
        <![CDATA[<p>Zum Welttag gegen Internetzensur am 12. März veröffentlicht Reporter ohne Grenzen (ROG) den <a class="ext" href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/rte/pics/Pressemitteilungen/Internetbericht-2012_ENG.pdf">aktuellen Bericht über die „Feinde des Internets“</a>. Er beschreibt Staaten mit massiver Online-Überwachung und dokumentiert deren Kontroll- und Zensurmaßnahmen. ROG zählt zwölf Länder zu den Feinden des Internets, 14 weitere stehen „unter Beobachtung“.</p>]]>
        <![CDATA[<p><img class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" src="http://ak-zensur.de/2012/03/12/internetfeinde-2012.png" alt="internetfeinde-2012.png" width="338" height="240" />Vor allem die Umbrüche in den arabischen Ländern haben gezeigt, wie wichtig das Internet im Kampf gegen autoritäre Regime ist. Kritische Blogger mobilisierten über soziale Netzwerke zum Widerstand, Bürgerjournalisten füllten Lücken der Berichterstattung, wo konventionelle Medien zensiert und ausländische Reporter nicht zugelassen wurden. Viele Regierungen reagierten darauf mit verschärfter Online-Überwachung und versuchten, kritische Journalisten und Internetnutzer zum Schweigen zu bringen. Rund 120 Blogger und Online-Aktivisten sind derzeit weltweit in Haft, vor allem in China, Iran und Vietnam.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Die „Feinde des Internets“ 2012</h3>
<p>Folgende zwölf Staaten zählt Reporter ohne Grenzen zu den Feinden des Internets: Bahrein, Belarus, Birma, China, Kuba, Iran, Nordkorea, Saudi Arabien, Syrien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam. Online-Inhalte werden in diesen Ländern stark gefiltert, kritische Blogger und Online-Journalisten ausfindig gemacht und unter Druck gesetzt. Die Liste der „Feinde des Internets“ ist im Vergleich zum Vorjahr weitgehend gleich geblieben. Neu hinzugekommen sind in Bahrein und Belarus. Dort hat sich die Lage stark verschlechtert.</p>
<p>Vor allem Iran und China haben die Internet-Überwachung im vergangenen Jahr deutlich verstärkt. In China übt das Regime massiven Druck auf private Internetfirmen aus, damit diese sie bei der Zensur unterstützen. Iran hat ein eigenes „nationales Internet“ angekündigt.</p>
<p>Sowohl im Iran als auch in Vietnam wurden im vergangenen Jahr zahlreiche Online-Aktivisten festgenommen. Im Iran sitzen derzeit 20, in Vietnam 18 von ihnen im Gefängnis. Der Iran unterstützt auch das Regime in Syrien, das Berichte über die Niederschlagung der Opposition unterdrückt, bei der Kontrolle des Internets. In Turkmenistan hat die Staatsspitze den Informationskrieg 2.0 vorerst gewonnen. Nordkorea hingegen kämpft damit, dass immer wieder Kommunikationstechnik über die chinesische Grenze geschmuggelt wird. In Kuba tragen Regierungsanhänger und Oppositionelle ihre Auseinandersetzungen vor allem im Internet aus. Saudi Arabien setzt derweil seine rigorose Online-Zensur fort. In Usbekistan setzten die Behörden alles daran, Diskussionen über die arabischen Revolutionen auf den Seiten von Uznet zu unterbinden. Bahrein wurde im vergangenen Jahr nahezu vollständig von der internationalen Berichterstattung abgeschnitten: Ausländische Journalisten kamen nicht ins Land, Blogger wurden verhaftet. Auch in Belarus hat Präsident Alexander Lukaschenko die Onlineüberwachung verstärkt, während sich das Land immer weiter politisch isoliert.</p>
<p>Es gibt allerdings auch Zeichen der Hoffnung: In Birma hat das Militär Journalisten und Blogger freigelassen und gesperrte Webseiten freigegeben. Gesetze zur Internet-Überwachung sind jedoch nach wie vor in Kraft und die technischen Möglichkeiten zur Kontrolle weiterhin gegeben. ROG wird beobachten, ob Birma die begonnenen Reformen fortsetzt. Dies könnte dazu führen, dass das Land bald nicht mehr zu den „Feinden des Internets“ gehört.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Bewegung in der Liste der „Länder unter Beobachtung“</h3>
<p>Vierzehn Staaten stellt ROG im aktuellen Bericht „unter Beobachtung“. Dazu gehören Australien, Ägypten, Eritrea, Frankreich, Indien, Kasachstan, Malaysia, Russland, Südkorea, Sri Lanka, Thailand, Tunesien, Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate.</p>
<p>Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr Indien und Kasachstan. In Indien hat die Regierung die Onlineüberwachung seit den Bombenanschlägen in Mumbai 2008 verschärft. Das kasachische Regime überwacht das Internet seit gewalttätigen Zusammenstößen bei Ölarbeiterstreiks im Südwesten des Landes besonders stark.&nbsp;</p>
<p>Venezuela und Libyen hingegen stehen nicht länger auf der Liste der „Länder unter Beobachtung“. In Libyen ging mit dem Sturz Muammar al-Gaddafis eine Ära der Zensur zu Ende. Ein Gesetz von 2011 in Venezuela, das eine Gefahr für Internetfreiheit darstellen könnte, hat in der Praxis bisher kaum negative Folgen gehabt. Der Zugang zum Internet ist weitgehend frei.&nbsp;</p>
<p>Thailand läuft Gefahr, bald zu den „Feinden des Internets“ zu gehören, sollte es weiterhin massiv Online-Inhalte filtern und Netzaktivisten wegen Beleidigung der Obrigkeit verhaften.</p>
<p style="text-align: right;"><em>(Pressemeldung Reporter ohne Grenzen)</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><br /></em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/rte/pics/Pressemitteilungen/Internetbericht-2012_ENG.pdf">Zum Bericht&nbsp;"Feinde des Internets 2012" (englisch)</a></li>
<li><a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/rte/pics/Pressemitteilungen/Weltkarte_Internetzensur.pdf">Zur Weltkarte Internetzensur 2012</a></li>
<li><a href="http://march12.rsf.org/en/#ccenemies">Zur internationalen Seite zum Welttag gegen Internetzensur</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]>
    </content>
</entry>

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    <title>B wie Blog, das Positionspapier der CDU zum JMStV</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://ak-zensur.de/2012/03/b-wie-blog-das-positionspapier-der-cdu-zum-jmstv.html" />
    <id>tag:ak-zensur.de,2012://14.964</id>

    <published>2012-03-06T13:03:03Z</published>
    <updated>2012-03-06T17:40:07Z</updated>

    <summary>Die CDU, genauer der &quot;Medienpolitische Expertenkreis der CDU&quot; sucht nach einem neuen Jugendmedienstaatsvertrag. In Teilen muss ich zugeben: &quot;das habt ihr gut gemacht&quot;. Die Erkenntnisse etwa Meinungsfreiheit und Verantwortung zu einem Leitbild zu erklären oder Jugendliche nicht versehentliche ungeeigneten Medien...</summary>
    <author>
        <name>Joachim Bellé</name>
        
    </author>
    
        <category term="JMStV-Kennzeichnung" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
        <category term="Jugendschutz" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
        <category term="Kommentar" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://ak-zensur.de/">
        <![CDATA[<p style="font-family: serif;">Die CDU, genauer der "Medienpolitische Expertenkreis der CDU" <a style="font-family: serif;" href="https://www.dennismorhardt.de/weblog/2012/03/cdu-positionspapier-zum-jmstv-viel-rauch-fur-mehr-burokratie">sucht </a>nach einem neuen Jugendmedienstaatsvertrag. In Teilen muss ich zugeben: "das habt ihr gut gemacht". Die Erkenntnisse etwa Meinungsfreiheit und Verantwortung zu einem Leitbild zu erklären oder Jugendliche nicht versehentliche ungeeigneten Medien ausliefen zu wollen, die deuten offensichtlich auf einen Willen hin, ernsthaft eine Lösung zu finden. Das ist zu begrüßen.</p>]]>
        <![CDATA[<h2><br /></h2>
<h2>Regulierte Selbstregulierung</h2>
<p>Doch es gibt auch Fragen und ernste Zweifel. Ist das Prinzip der regulierten Selbstregulierung in Deutschland überhaupt ein Erfolg? Und wenn ja, kann das so einfach auf das Internet übertragen werden?</p>
<p>Auf die erste Frage ist bedingt mit ja zu antworten. Es ist ein Erfolg, wenn die Darstellung von Menschen als Objekt wenigstens in die Nachtstunden des TVs verbannt wird. Es existieren definitiv Grenzen dessen, was man aus Quotengründen senden darf. Dieser Verantwortung kommen die Sender und Medien größtenteils nach. Das ist auch ein Verdienst des Jugendmedienstaatsvertrags.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Pornoproduzenten</h2>
<p>Auf der anderen Seite, die Selbstregulierung hat nicht wirklich für weniger Pornographie gesorgt. Wer hier nun annimmt, das läge daran, dass "internet for porn" sei, der muss sich fragen, wer Pornographie denn produziert. Und der muss sich fragen, wer ein Interesse an der Verbreitung von Pornographie hat. Man könnte die massive Verbreitung von Pornographie im Internet als Werbung einer Industrie verstehen. Man kommt dann nicht umhin festzustellen, dass das Internet hier zusammen mit seinen Nutzern von einer Pornoindustrie in unverantwortlicher Weise benutzt und missbraucht wird.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Sexualisierung der Gesellschaft</h2>
<p>Ehrlich gesagt, es reicht mit nicht, die Pornographie in die Nachtstunden zu verbannen. Es reicht mir auch nicht Pornographie überhaupt verbieten zu wollen. Das wäre aus mehreren Gründen wenig zweckmäßig. Das Frauenbild, gerade auch bei Jugendlichen leidet nicht nur in den Medien und dem Internet. Es leidet vielmehr an und in unserer Gesellschaft - real körperlich wie geistig schmerzhaft! Das erfahren gerade junge Frauen, wenn sie sich dem "Schönheitsideal" nicht widersetzen können, das auch - wenn auch nicht nur - von den TV-Sendern, gerade auch von den "Privaten", verbreitet wird. Werbung und Medien, auch die Musikindustrie machen Körperkult zu einem Geschäft. Solange dieses massiv verzerrte Frauenbild gesellschaftsfähig ist, so lange müssen wir uns über frauenfeindliche Pornographie nicht wundern. Aus meiner Sicht ist die Altersgrenze von 18 wenig sinnvoll. Denn die gesamte Gesellschaft erfährt seit Jahren eine immer stärker werdende negative Sexualisierung.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Aufklärung</h2>
<p>Dagegen finden sich etwa bei ARTE ab und an Beiträge, die sich mit Sexualität beschäftigen. Kürzlich etwa im Kontext von Comics. Das war sehenswert und relativiert die Stereotypen, die in der Debatte immer wieder auftauchen. Comics mit sexuellem Inhalt beispielsweise halte ich nicht grundsätzlich jugendgefährdend. Sex ist nicht grundsätzlich jugendgefährdend. "Kein Sex" wäre sogar menschheitsgefährdend. Natürlich kann Pornographie Jugend- und Menschengefährdend und widerwärtig sein. Sie ist es aus meiner Sicht sogar in den meisten Fällen. Das ist dann abzulehnen. Doch es ist keineswegs zu verallgemeinern oder in simple Kategorien 6..18 oder B und X zu packen. So ist und war Sex auch immer Bestandteil der Kunst. Ich lehne es ab, hier subjektiv festgelegte Grenzen zu ziehen.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Technischer Jugendschutz</h2>
<p>Es besteht das grundsätzliche Problem, dass ein einfaches statisches Bewertungssystem hier versagen muss. Overblocking kann nicht vermieden werden. Ein negatives Bewertungssystem kann nicht ohne massiven Aufwand auf die Persönlichkeit und Kompetenz eines Jugendlichen zugeschnitten werden. Es ist doch schon für Fachleute unmöglich, einen Werbeblocker für den eigenen Webbrowser sinnvoll selbst zu warten. Die Idee des selbstbestimmten Jugendschutzprogramms in Form eines Filters ist unrealistisch. Doch ein fremdbestimmter Jugendschutzfilter ist gefährlich und verspricht eine Sicherheit, die nicht einmal im Ansatz gewährleistet werden kann.</p>
<p>Sitzen in den TV-Anstalten noch Fachleute, die Einzelfälle bewerten, so ist das im sich dynamisch veränderndem Internet einfach unmöglich. Man stelle sich vor, die Webseiten der Fernsehsender müssten eine Kennzeichnung T wie TV führen und Jugendschutzprogramme würden das im Standardfall so filtern wie ein B für Blog das nach dem CDU-Paper tun soll. Auch die Idee des Verbots einer Kennzeichnung B für eindeutig <a href="http://www.artikel5.de/gesetze/jmstv.html#p4">unzulässige Angebote</a> mutet seltsam an. Entweder sind die Angebote unzulässig oder sie sind es nicht. Eine Kennzeichnung kann an der Zulässigkeit nichts ändern. Wenn jetzt angeführt wird, die Angebote seien doch nur unzulässig für Jugendliche, so sind sie einfach unzulässig. Eine Videothek, die den Pornobereich nicht sichern kann einfach keine Pornographie anbieten.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Blogs</h2>
<p>Tatsächlich aber ist weit komplizierter. Blogs ändern sich sehr schnell. Sie beinhalten meist auch Nutzerbeiträge. Niemand kann vorhersehen, was morgen auf einem Blog erscheint, in der Regel selbst der Betreiber nicht. So hat zum Beispiel der AK-Zensur "keinerlei Einfluss" darauf, was ich hier schreibe. Wenn man meine pauschale Betrachtung der Analogie zu den Videotheken ablehnt, dann ist sicher, dass sich niemand auf die Kennzeichnung 'B' und auch nicht auf eine manuelle Freischaltung eines Blogs verlassen kann. Ein Blogger kann so sehr schnell in unangenehme Situationen geraten, wenn er einen <a href="http://futurezone.at/meinung/7787-facebook-und-der-schwanzhund.php">Schwanzhund</a> entdeckt und Loriot die Ehre erweist.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Bewertung und Systeme</h2>
<p>Es lässt sich - wie auch die CDU korrekt feststellt - nicht verhindern, dass Jugendliche ungeeignete Inhalte sehen. Wenn das so ist und wenn wir uns da schon einig sind, dann müssen wir nicht gegen Windmühlen ankämpfen. Das bedeutet aber nicht, das wir nichts tun könnten. Weil am Anfang die Idee ist: Das beste Mittel wäre einfach, wenn Jugendliche um die Auswirkungen wüssten, die durch das entstehen, was sie da konsumieren wollen. Noch besser wäre es, wenn das auch Erwachsene wüssten. Am Besten wäre es, wenn aufgehört würde uns mit aller Macht zu immer mehr sinnlosen Konsum zu verführen. Marktliberalisierung und Produktvirtualisierung ist eben nicht Alles. So mancher wirklich Konservative würde pragmatisch sagen: es gibt Werte höher Priorität.<br />&nbsp;<br />Mit scheint es, das Bewertungssystem soll gerade unzulässige Inhalte ermöglichen. Das ist Absicht, um das fragwürdige Geschäft mit der Würde des Menschen überhaupt zu zuzulassen und gar zu verbessern. Ich finde, Medienunterdrückung - und das ist objektiv der Nebeneffekt der Wirtschaftsförderung durch Jugendschutzprogramme - durch ein negatives Bewertungssystem ist genau das Gegenteil von Jugendschutz. Die Freiheit der Medien Verfassungsrang und das hat einen guten Grund.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Das Grundgesetz</h2>
<p>Ob ein Verbot oder die Einschränkung von Pornographie durch die Jugendschutzprogramme der KJM der Verfassung wirklich gerecht wird wenn da steht: "Diese Rechte finden ihre Schranken ... zum Schutze der Jugend", das einfach eine Frage der Logik, der Wirksamkeit und der Verhältnismäßigkeit. Offensichtlich überlässt das Grundgesetz diese Entscheidung dem Gesetzesgeber in der weisen Voraussicht, dass sich Dinge ändern können. Wenn das so ist, dann ist es keine Option unter veränderten Bedingungen so weiterzumachen wie bisher. Konservatismus ist schließlich niemals Blindheit oder Trotz.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Stellt uns das Internet vor neue Herausforderungen?</h2>
<p>Mobbing, Betrug, Sucht, Stalking und Abzocke etc sind tatsächlich zentrale Probleme. Doch die gibt es auf dem Schulhof und an jedem Treffpunkt von Jugendlichen und gar bei Erwachsenen. Es wundert gar nicht, dass es das auch im Internet gibt. Das Internet ist der Spiegel der Gesellschaft. Schaffen wir die Probleme mit Jugendschutzprogrammen der KJM aus der Welt? Oder deutet das nicht auf ein ganz anderes Versagen unserer Gesellschaft und des Staats in der Realität hin, wenn wir technische Lösungen brauchen, uns selbst beschränken zu müssen? <br /><br />Könnte es sein, dass Ursachen für den Konsum von Pornographie und Gewalt auch in der immer schlechter werdenden sozialen und intellektuellen Lage einiger Jugendlicher zu suchen ist? Könnte es sein, dass Gruppenbildung durch ausländerfeindliche Tendenzen oder Stereotypen der Gesellschaft eine Moral und Verantwortung nicht stärkt? Könnte es sein, das TV-Billigproduktionen ein egoistisches und diskreditierendes Weltbild vermitteln, dass aktiv soziale Kompetenz vernichtet? Ist es nicht so, dass Zusammenhalt in der Gesellschaft nötiger als je ist?</p>
<p>Noch einmal, es ist nicht ausreichend, Jugendliche in ihrem Pornographiekonsum zu beschränken. Die einfache Tatsache, dass ein TV-Sender rechtlich für seinen Inhalt verantwortlich ist, die belegt das ganz eindeutig. Das Problem betrifft im Wesentlichen die Erwachsenen. Anders herum wedelt der Schwanz mit dem Hund.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Das Netz</h2>
<p>Aus meiner Sicht hält uns das Internet ein riesiges rotes Plakat direkt vor die Nase: "SCHAU HER, DAS IST SCHLECHT". Wir sagen dann: "Oh Gott, tatsächlich! Das Netz ist so schlecht", reißen das Plakat herunter und vernichten es. Macht es das besser? Das Internet stellt uns nicht vor neue Herausforderungen. Die Herausforderungen sind alle schon ohne das Netz vorhanden. Das Internet zeigt uns nur, wo wir heute massiv versagen und wo die Herausforderungen sind. In diesem Sinn hilft das Netz uns zu erkennen, was richtig und was falsch ist. Natürlich, das setzt voraus, dass man sich damit auskennt und die Dinge nicht nach Hörensagen urteilt. Schon gar nicht meint das, Jugendschutz zu predigen und Pornos zu verkaufen.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Keine Sperrverfügungen</h2>
<p>Es ist wirklich schön, dass die CDU mit uns gemeinsam Sperrverfügungen ablehnt. Das Bedauern im Unterton ist aber unnötig. Denn wir sind nicht dagegen, dass Jugendliche geschützt werden. Wir sind dafür, dass unzulängliche Mittel mit negativen Seiteneffekten kein Alibi für unterlassenem Jugendschutz bilden. Es ist nicht kompliziert eine DNS-Sperre einzurichten. Doch es ist kompliziert oder allgemein unmöglich diese Sperre im Sinn des Grundgesetzes zu gestalten. Sperren betreffen je nach Realisierung auch das Ausland und führten schon einmal dazu, dass die halbe Welt auf pakistanischen Knopfdruck vor youtube "geschützt" wurde. In Dänemark wurde gerade <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Daenischer-Polizist-sperrt-versehentlich-8000-Websites-1447571.html">Facebook und Google mit 8000 anderen Webseiten</a> aufgrund eines polizeilichen "Fehlers" gesperrt. Das Missbrauchspotential der Internetregulierung ist massiv und widerspricht den Menschenrechten. An der Situation und den Ursachen ändert das gar nichts, wenigstens nichts Positives. Wer glaubt tatsächlich daran, dass eine Kriminalisierung dazu führt, dass unzulässige Medien dann nicht mehr "unter dem Ladentisch verkauft" werden. Sieht man nicht, dass wir uns mit diesen Mitteln jeglicher Kontrolle berauben?<br /><br />Sperrt man das Internet und ignoriert das Problem, so handelt man folglich grob fahrlässig.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Jugendschutzprogramme</h2>
<p>Die Anerkennung der Jugendschutzprogramme durch die KJM ist eine Farce. Denn da wurden nicht die Programme an den von der KJM selbst erklärten Notwendigkeiten ausgerichtet. Die Regeln wurden aufgeweicht um überhaut wenigstens zwei Programme zulassen zu können. Das ist sogar verständlich. Denn die geforderten Jugendschutzprogramme lassen sich nicht vernünftig implementieren (der Autor ist Softwareentwickler). Zudem ist die Idee technisch total veraltet. Wer meint, Kids, die eine PS3 hacken und sich mit Sony anlegen können, die hätten irgend ein Problem mit einem Jugendschutzprogramm? Solche Jugendliche sind heute kein Einzelfall mehr. Tatsächlich sollten wir stolz auf ihre Kompetenz sein. Denn sich ein eigenes Betriebssystem auf seinem Spielzeug installieren zu wollen, das ist kein Verbrechen. Verwerflich ist ehr das Verhalten der Industrie, die den Erschöpfungsgrundsatz mit allen Mitteln aushebeln will.</p>
<p>Dabei liegt eine sinnvolle Lösung auf dem Tisch. Das w3c arbeitet an Ideen wie POWDER und an der Idee des <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Semantisches_Netz">semantischen Netzes</a>. Das w3c tut das mit massiver Kompetenz. Die Idee ist zwar nicht primär für den Jugendschutz gedacht, doch die hat den Vorteil, das sinnvolle Inhalte im Netz einfacher erkannt werden können. Geben wir den Menschen sinnvolle Inhalte und die Möglichkeit sie zu finden - ohne Google-Ranking und Suchmaschinenmanipulationen. Erweitern wir die Idee des Links und des Netzes in logischer Konsequenz. Wie viele sinnvolle Angebote von und mit Jugendlichen könnte man fördern, wenn auf unwirksame Jugendschutzprogramme verzichtet wird? Und wie viel Mehrwert könnte ein echtes WEB2.0 für uns Alle bedeuten? <br /><br />Freilich, einige meiner Leser und vielleicht auch die Autoren des CDU-Papiers werden mit dem Hinweis auf POWDER heute überfordert sein. Zu viel abstrakte Technik in einer laufenden Entwicklung. Doch unabhängig davon ist die Idee des semantischen Netzes ist so herausragend, dass wir eines nicht so fernen Tages nicht mehr verstehen werden, wie es jemals anders sein konnte. So gesehen ist es weit mehr im Sinn des Jugendschutzes die Idee des w3c zu stärken, als eine Telekom zu unterstützen, die als "Erotikanbieter" einfach nur ihr Geschäftsmodell mit dem Jugendschutzfilter ermöglicht.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Identitätsklau</h2>
<p>Ich halte es für falsch, "Identitätsklau" mehr als bisher unter Strafe zu stellen. Es geht hier um Kinder und Jugendliche, die hier kriminalisiert werden sollen. Wir dürfen keine Gräben zwischen der Gesellschaft der Erwachsenen und denen aufzureißen die einmal die zukünftigen Regierungen stellen werden. Wir brauchen nicht mehr sondern weniger Opposition im Umgang mit unseren Kindern. Wir müssen sie vielmehr auf ihre Aufgabe vorbereiten. Wir müssen schon deshalb besonders vorsichtig sein, weil - wie schon dargestellt - Konsumverhalten, eine Porno-, eine Konsumgüter-, Medien- und eine Werbeindustrie verantwortlich für das Problem ist. Das Problem sind weder die Jugendlichen noch die Eltern oder Erzieher oder das Internet. Stabile und selbstbewusste Jugendliche sind in der Lage das, was wir halbherzig anprangern, abzulehnen und einfach auszuschalten. Wörtlich, ich habe das mehrfach erfahren. Viele Jugendliche, mit denen ich gesprochen habe sind hier im Alter von 12 bis 18 wesentlich weiter, als mancher Erwachsene.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Recht auf Medienkompetenz</h2>
<p>Kompetente Lehrer und Eltern sind natürlich in der Lage sinnvolle Werte zu vermitteln und da hat das CDU-Papier einfach Recht. Das Recht auf Medienkompetenz ist vielleicht der stärkste Vorschlag des CDU-Papiers. Es ist auch richtig, das die konkrete Umsetzung unter das Länderrecht fällt. Hier gibt es aber auch andere Lösungen. In jedem Fall hat die Bundesregierung, haben Ministerien hier Möglichkeiten wenigstens eine Diskussion anzustoßen. Es braucht ein Fach Medienkunde in der Schule, das wirkliche Kompetenz vermittelt. Dazu müssen Lehrer ausgebildet werden. Es ist selbstverständlich, dass ein nicht zensierter Internetzugang dazu gehört. Medienkunde kann nicht vermittelt werden, wenn die Schule Jugendschutzfilter verwendet. Wie soll ein Schüler Rezipientenfreiheit verstehen, wenn in der Schule das geblockt wird, das er zuhause und bei Freunden ohne Probleme sehen kann. Wie soll er das insbesondere dann, wenn es nicht um pornographische Inhalte geht? 'B' wie Blogger wird im Standardfall genau so gesperrt, wie alle Seiten aus Israel, den USA oder aus Frankreich. Das ist unabhängig vom Inhalt, denn diese Seiten verwenden unsere "Porno-Kennzeichnungen" nicht. Zu meinen Schulzeiten wurden die dazu notwendigen Sprachen noch gelehrt. Damals war man offensichtlich nicht der Meinung, man müsse Unterricht auf Kernkompetenzen der Addition und Subtraktion beschränken.</p>
<p>Es ist nicht möglich, ein Menschenbild in schlechten Filmen anzuprangern, ohne den Film gesehen zu haben. Wir haben im Englischunterricht "Groschenromane" gelesen und dabei mehr als nur englisch gelernt. Es ist möglich, altersgerecht über Pornographie und negativer Sexualisierung aufzuklären. Die Gefahren der Realität zwingen uns sogar dazu. Es geht nicht darum, Kindern dazu Pornos zu zeigen. Es geht darum, dass heute oft genug Lehrer die Schüler fragen, wie man den Schulfilter umgehen kann um einen sinnvollen Unterricht zu gestalten. Medienkunde und die Position des Grundgesetzes zur Freiheit der Kommunikation muss glaubhaft vermittelt und realisiert werden. Jugendliche haben ein sehr feines Gespür, wenn Erwachsene ihnen hier etwas vormachen wollen.</p>
<h2><br /></h2>
<h2>Lösung?</h2>
<p>Es ist mir vollständig klar, hier keine fertige Lösung präsentiert zu haben. So lasse ich der CDU gerne den Ruhm, wenn sie sich weiter in die "richtige Richtung" bewegt. Denn Lösungen müssen entwickelt werden. Selbstverständlich ist das Arbeit. Wir müssen endlich aufhören an Symtomen herumzudoktern. Das CDU-Papier nennt sehr wichtige Punkte, doch greift mit den Vorschlägen aus dem alten JMStV einfach zu kurz. Selbst der positive Teil des Ansatzes kann nichts an der Tatsache ändern, dass die Beschränkung der Diskussion auf den Jugendmedienstaatsvertrag nicht zielführend ist. Es scheint mir sinnvoller, den Vertrag auf die klassischen Medien zu reduzieren und parallel aktiv echten Jugendschutz zu entwickeln und zu betreiben. Davon hängt unsere Zukunft und unsere Wirtschaft in erheblichem Maße ab.</p>
<p>Das muss so geschehen, dass Jugendliche gestärkt und kompetent werden können und dürfen. Dazu muss Geld in die Hand genommen werden. Dazu braucht es Bildung und Kultur. Dazu muss es wieder Jugendzentren und mehr Jugendarbeit geben. Dazu braucht es sinnvolle Inhalte für und von Jugendlichen im Netz, die auch gefunden werden können. Dazu müssen auch schwache Familien gestärkt werden. Pornokonsum ist zwar keineswegs ein Problem einer "Unterschicht" und Diskreditierung ist keineswegs "mutig". Doch macht es besonders Sinn, sich um Jugendliche in prekären Verhältnissen zu kümmern.</p>
<p>Das Engagement von Vereinen, Webseiten für Jugendliche und die Arbeit aller, die direkt mit Jugendlichen umgehen muss gestärkt werden. Wir benötigen wirkliche Alternativen für Jugendliche. Es braucht wissenschaftlich fundierte Aussagen um Entscheidungen treffen zu können.</p>
<p>Nicht zuletzt müssen wir uns alle direkt an die eigene Nase fassen. Youporn wird es nicht mehr geben, wenn niemand mehr einen Grund hat da hinzuschauen. Solange es noch "Kunden" gibt und solange es keine Angebote für Jugendliche gibt, die sie mehr interessieren, so lange wird kein Jugendmedienstaatsvertrag hier Linderung bringen können. Wir sollten tatsächlich unser "Erwachsenenrecht" und unsere Eigenverantwortung überbedenken.</p>
<p>Der klassische JMStV schreibt das Gegenteil fest.</p>]]>
    </content>
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    <title>Ein Vorwort,</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://ak-zensur.de/2012/02/ein-vorwort.html" />
    <id>tag:ak-zensur.de,2012://14.960</id>

    <published>2012-02-29T14:07:23Z</published>
    <updated>2012-02-29T16:28:20Z</updated>

    <summary>unser vermutlich zukünftiger Bundespräsident schreibt im Vorwort zur Kurzfassung der DIVSI-Milieu-Studie dies:&quot;Das weltweite Internet bietet alle Voraussetzungen, um die in den ersten zehn Artikeln unserer Verfassung verankerten Grundrechte aller Bürger in diesem Land auszuhöhlen. Dies gilt insbesondere für das Recht...</summary>
    <author>
        <name>Joachim Bellé</name>
        
    </author>
    
        <category term="JMStV-Kennzeichnung" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
        <category term="Jugendschutz" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
        <category term="Kommentar" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://ak-zensur.de/">
        <![CDATA[<p>unser vermutlich zukünftiger Bundespräsident schreibt im Vorwort zur <a href="https://www.divsi.de/sites/default/files/presse/docs/DIVSI-Milieu-Studie_Kurzfassung.pdf">Kurzfassung</a> der DIVSI-Milieu-Studie dies:<br /><br />"Das weltweite Internet bietet alle Voraussetzungen, um die in den ersten zehn Artikeln unserer Verfassung verankerten Grundrechte aller Bürger in diesem Land auszuhöhlen. Dies gilt insbesondere für das Recht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit in Artikel Fünf - eine wesentliche Grundlage unserer funktionierenden Demokratie - und es gilt letztlich auch für den Kernsatz unserer Verfassung, den Artikel Eins des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar."</p>]]>
        <![CDATA[<p>In diesem Vorwort mahnt er an Begriffe exakt zu definieren. So fordert er "Datenschutz" korrekt, quasi nicht durch den Techniker zu definieren und vergisst prompt, dass "Datenschutz" ein juristischer und kein informationstechnischer Begriff ist. In dem Zitat oben - und das muss ich hier wiederholen - schreibt er: "Das Internet bietet die Voraussetzung Grundrechte auszuhöhlen". Exakt müsste es heißen: staatliche und privatwirtschaftliche Begehrlichkeiten höhlen die Grundrechte der Bürger im Internet aus. So gelesen macht der Abschnitt Sinn.</p>
<p>Die Pressefreiheit wird eingeschränkt, wenn Zitate aus vermeintlichen Urheberrechtsgründen plötzlich monetarisiert werden sollen. Denn das Zitatrecht existiert aus gutem Grund. Die Meinungsfreiheit wird eingeschränkt, wenn wir das Netz mit abstrakten juristischen Regeln überziehen. Im Netz wird geschrieben oder es werden Bilder und Filme erstellt. Ein Kriminalroman hat aber auch gar nichts mit einem Mord zu tun. Blogs, die meisten Inhalte im Netz sind mit dem Roman vergleichbar, oftmals pure Fiktion. Anscheinsjugendpornographie hat absolut nichts mit der Schändung von Kindern zu tun. Und ein Download hat nichts mit einem Diebstahl zu tun - wenn überhaupt, dann hat der Einsteller den "Diebstahl" begonnen.</p>
<p>Wenn wir öffentliche Kundgebungen, etwa Bücher, vor Zensur schützen, dann ist die private Kundgebung, die nicht öffentliche Kommunikation noch schützenswerter. Wird ein Buch zensiert, dann erfährt die Öffentlichkeit das. Es gibt einen Aufschrei. Wird private Kommunikation beobachtet, automatisch ausgewertet mit der möglichen Folge von Repressionen, dann erfährt niemand davon. Hier hat der Staat eine besondere Schutzpflicht, die dem Zensurverbot in nichts nachsteht.<br /><br />Die Informationsfreiheit wird eingeschränkt, wenn Jugendschutzfilter Webseiten von Parteien oder Blogs zensieren. Die Würde des Menschen wird verletzt, wenn Geheimdienste 38Mio. EMAILs scannen und damit einen Generalverdacht gegen Internetnutzer aussprechen. Private EMAILs mitzulesen ist so verwerflich wie Briefe zu öffnen oder Tagebuch zu lesen. Die <a href="https://netzpolitik.org/2012/geheimdienste-haben-2010-37-292-862-e-mails-uberpruft/">Massenerfassung</a> ist noch schlimmer. Denn Dataminingtechnologien eröffnen geheimdienstliche Erkenntnisse, die weit über das hinaus gehen, dass ein Beamter bei der Beschlagnahmung von Post erreichen kann. Eine Erfolgsquote von 213/38Mio sprengt jede Verhältnismäßigkeit bei Weitem. Die Tatsache, dass Rechnernetze mehr über mich wissen als ich selbst, die lässt mich schaudern.<br /><br />Das also sollte Gauck als "Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" meinen. In dieser Position ist ihm bekannt, dass Menschenrechte nicht nur in Deutschland zu gelten haben. Das Kommunikationsgeheimnis ist Menschenrecht. Die Schnüffelorgane dieses und der anderen Staaten können sich nicht damit herausreden, das Grundrecht und dessen Einschränkungen durch die Notstandsgesetze gälten nur hier im Inland. Bei der Kommunikation von hier mit dem Ausland ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Deutscher beteiligt. Rein formal ist also die verdachtslose Überwachung schon deshalb wenigstens zweifelhaft, wenn nicht sogar illegal.</p>
<p>Doch die Würde aller Menschen ist unantastbar.<br /><br />Es ist schade, dass Gauck so missverständlich argumentiert. Ich wäre froh, einen Bundespräsidenten zu haben, der das Informationszeitalter versteht und der diesbezüglich wenigstens auf dem Stand eines 14-jährigen ist. Denn Gauck wird schließlich auch deren Bundespräsident werden wollen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Update: kleine und zu wenig Korrekturen. Der Versuch einer Erklärung, was ein Kriminalroman mit dem Netz zu tun hat.</p>]]>
    </content>
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    <title>Warum ich gegen ACTA demonstriert habe</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://ak-zensur.de/2012/02/warum-gegen-acta.html" />
    <id>tag:ak-zensur.de,2012://14.947</id>

    <published>2012-02-20T11:07:06Z</published>
    <updated>2012-02-22T21:25:08Z</updated>

    <summary><![CDATA[&nbsp; Ich bin vergangene Woche in Hannover nicht gegen ACTA auf die Straße gegangen, weil ich durch die Vereinbarung unmittelbare rechtliche Folgen für dieses Land fürchte. Tatsächlich haben wir hier schon fast alles umgesetzt, was ACTA an rechtlichen Grausamkeiten enthält....]]></summary>
    <author>
        <name>Joerg Heidrich</name>
        
    </author>
    
        <category term="ACTA" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
        <category term="Demonstration" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
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        <![CDATA[<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Ich bin vergangene Woche in Hannover nicht gegen <a href="http://register.consilium.europa.eu/pdf/en/11/st12/st12196.en11.pdf">ACTA</a> auf die Straße <img style="float: right;" src="http://3.bp.blogspot.com/-3U6OR7zqCsQ/T0DtPf3HsCI/AAAAAAAABZk/AsVg2M5knvY/s320/IMG_0413.JPG" alt="" height="225" width="276" />gegangen, weil ich durch die Vereinbarung unmittelbare  rechtliche Folgen  für dieses Land fürchte. Tatsächlich haben wir hier  schon fast alles  umgesetzt, was ACTA an rechtlichen Grausamkeiten enthält. Schon aus  diesem Grund liegt  die ketzerische Frage nahe: Warum muss eigentlich  die EU ACTA unbedingt  unterzeichnen, wenn sich dadurch ohnehin  angeblich gar nichts ändert?</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Aber  es ist zu kurz gedacht, die Vereinbarung<a href="http://www.kommunikationundrecht.de/detail/-/specific/ACTA-Anti-Counterfeiting-Trade-Agreement-ohne-Auswirkungen-2053239133"> nur unter juristischen  Aspekten</a> zu sehen. Zumal dabei übersehen wird, dass durch die Regelungen zum Beispiel die <a href="http://www.eco.de/2012/pressemeldungen/eco-acta-gefaehrdet-deutsches-wirtschaftswachstum.html">Einführung von Filtersystemen</a> durch Provider zumindest erheblich vereinfacht wird. Für mich ist ACTA aber vor allem ein <span style="font-weight: bold;">gefährliches Symbol für eine falsche Entwicklung</span>, die <span style="font-size: 100%;"><span style="font-family: arial;">im </span></span>Bereich des "geistigen Eigentums"  bestehende Besitzsysteme zementiert und digitale Gräben weiter vertieft.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Ich   bin, auch als Autor, nicht gegen das grundsätzliche System des   Urheberrechts, welches den Schutz des eigentlichen Kreativen im Sinn   hat. Schaut man sich aber die Entwicklung des Urheberrechts vor allem im   letzten Jahrzehnt an, so verschiebt sich auf dramatische Weise <strong>der   Fokus dieses Gesetzes weg vom eigentlichen Kreativen zugunsten der   Rechteverwerter</strong> oder den <a href="http://www.telemedicus.info/article/2176-GEMA-nimmt-Stellung-zu-Creative-Commons.html">versteinerten Konzepten</a> alter Verwertungsmodelle  wie der GEMA. Eindrucksvoll dafür stehen die  Einschränkung der  Privatkopie, das Verbot der Überwindung von  Kopierschutzmaßnahmen, der  zivilrechtliche Auskunftsanspruch gegenüber  Providern, die Regelungen zu  unbekannten Nutzungsarten oder die  Regelungen zum Umgang mit digitalen  Kopien im Bibliotheksbereich – um  nur einige zu nennen. Und am Start für  weitere Verschiebungen der  Machtverhältnisse stehen "3-Strikes", neue  Netzsperren und vor allem  eine Vielzahl von europäischen Initiativen, die allesamt auf noch  härtere Strafen, Behinderungen und Einschränkungen der Rechte der  Zivilgesellschaft gerichtet sind.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Die  Folgen dieser Entwicklung zeigen sich eindrucksvoll in einem Instrument  wie dem <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Auskunftsanspruch-gegen-Internetprovider-tritt-in-Kraft-201203.html">zivilrechtlichen Auskunftsanspruch</a> im Urheberrecht. Dieser  ermöglicht Rechteverwertern einen Zugriff auf  angebliche  Urheberrechtsverletzer ohne den Umweg über Strafanzeigen.  Statt dieses  Instrument für die (dann allerdings kostenfreien)  Warnmitteilungen zu nutzen, nach denen  jetzt im Rahmen von Forderungen  nach <a href="http://netzpolitik.org/2012/warnmodelle-sind-unsinnig-und-gefahrlich/">"2-Strikes"</a> geschrien wird,  entstand ein neues Geschäftsmodell in Form von Massenabmahnungen. Von  den Einnahmen aus mindestens <a href="http://www.focus.de/digital/internet/tid-23376/urheberrechtsverletzungen-geschaeft-mit-zweifelhaften-abmahnungen_aid_657678.html">500.000 kostenpflichtigen Abmahnungen</a> der Musik-,  Porno- und Filmindustrie gegenüber ihrer eigenen  potentiellen Kundschaft  allein in einem Jahr sehen aber die Kreativen,  wenn überhaupt, nur  einen überaus kleinen Anteil. Die Beute geht nahezu ausschließlich an Rechteverwerter und moralbefreite Anwälte. Im Gegenzug zu  solchen Auswüchsen werden  die Bürger mit einer Placebo-Regelung wie der  "<a href="http://www.it-recht-kanzlei.de/100-euro-abmahnung.html">100-Euro-Deckelung"</a> der  Abmahnkosten im Urheberrechtsgesetz abgespeist. Klingt toll und war sicher ein PR-Erfolg, ist aber in der Praxis aufgrund zahlreicher Einschränkungen im Gesetzestext völlig wirkungslos.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">All   diese Änderungen <strong>dienen nicht den Kreativen, nicht den Bürgern, nicht   der Wissenschaft, nicht den Schulen, nicht den Vereinen – und übrigens <a href="http://www.eco.de/2012/pressemeldungen/eco-acta-gefaehrdet-deutsches-wirtschaftswachstum.html"> auch nicht der Industrie</a></strong>, schon gar nicht der immer wichtiger werdenden   digitalen Wirtschaft. Tatsächlich dienen sie einzig und allein der  Kaste  der Rechteverwerter, die in den vergangenen 20 Jahren mehr mit  guter  Lobbyarbeit überzeugt hat als durch überzeugende Konzepte für das   digitale Zeitalter.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Wer  wirklich von ACTA profitiert, zeigt sich eindrucksvoll bei den  Unterzeichnern eines  <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/JOINT-YES-to-ACTA-letter.pdf">Brandbriefs</a>,  den verschiedene Lobby-Organisationen gemeinsam verfasst  haben. Dort  finden sich, Überraschung, vor allem Verbände der Musik- und   Filmindustrie. Richtig merkwürdig und keinesfalls mehr nachvollziehbar wird es, wenn die kleine Liste der Lobbyverbände durch <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/konvergenz-konsistenz-inkontinenz-die-deutsche-content-allianz/">ARD und ZDF verstärkt</a> verstärkt wird.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Tatsächlich   sehe ich sogar in einigen Bereichen eine Notwendigkeit, die Arbeit der   Rechteinhaber auch durch gesetzliche Regelungen zu unterstützen und zu   schützen. Auch hätte vermutlich kaum jemand etwas gegen ein Abkommen,   das Maßnahmen gegen organisierte Produktpiraterie enthält. ACTA   allerdings setzt 14-Jährige, die mit ihren Freunden auf dem Schulhof   Musikstücke tauschen, auf eine Stufe mit millionenschweren höchst   kriminellen Fälscherbanden [Ergänzung: Gemeint sind professionelle Produktfälschungen, nicht der Warez-Bereich].&nbsp; Dazu werden unscharfe juristische Begriffe   wie die "Handlung im gewerblichen Ausmaß" verwandt, die nichts mit   gewerblichem Anbieten zu tun haben, sondern auch offensichtlich   nichtkommerzielles Handeln umfassen.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Reformen   des Urheberrechts dürfen <strong>nicht mehr einseitig zum Nutzen einzelner   kleiner Gruppen erfolgen</strong>. Notwendig ist vielmehr ein fairer Ausgleich   der Interessen auch der Rechteverwerter mit der Zivilgesellschaft, der   nicht nur digitalen Wirtschaft und vor allem auch der Bürger. ACTA   jedoch ist an keiner Stelle davon geprägt, einen solchen Ausgleich auch   nur ansatzweise herbeiführen zu wollen. Es ist eine in einem zutiefst   undemokratischen Geheimverfahren gezeugte und unerträglich schwammig   formulierte Ausgeburt des Wunsches der Rechteverwerter, ihre Stellung in   der Gesellschaft zu zementieren und die bereits in Europa erfolgreich   eingeführten einseitigen Regelungen in die Welt und das Netz zu   exportieren. Und machen wir uns nichts vor: Auch wenn ACTA die aktuellen   Gesetze in Europa nicht verändert, so wird doch<strong> </strong>ein Zustand  geschaffen,  von dem ausgehend Reformen zu Gunsten der Gesellschaft nur  noch schwer  möglich sind.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Aus   diesem Grund bin ich gegen das Symbol ACTA auf die Straße gegangen.  Die  Regelungen vor allem des Urheber-, aber auch des Marken- und   Patentrechts dürfen nicht länger einseitig zugunsten mächtiger kleiner   Gruppen verschoben werden, die sich <strong>im Rahmen eines digitalen   Verteilungskampfes und zum Schutz überholter Geschäftsmodelle auch einer   weitgehenden Herrschaft über das Internet bemächtigen wollen</strong>. Was wir   brauchen, ist vielmehr ein gerechter Ausgleich zwischen den Interessen   aller Betroffenen. Und dafür wird es höchste Zeit, bevor Regelungen wie   ACTA und dessen noch hässlichere große Brüder wie <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bruessel-will-schaerfer-gegen-Copyrightverstoesse-im-Web-vorgehen-1429378.html">IPRED</a>, die uns die EU  in nächster Zeit vorstellen wird, Fakten schaffen und nur noch  verbrannte Erde hinterlassen.</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">Joerg Heidrich</p>]]>
        
    </content>
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    <title>ACTA, was bisher nicht diskutiert wurde</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://ak-zensur.de/2012/02/acta-was-bisher-nicht-diskutiert-wurde.html" />
    <id>tag:ak-zensur.de,2012://14.937</id>

    <published>2012-02-06T08:53:23Z</published>
    <updated>2012-02-07T10:22:27Z</updated>

    <summary>Nach den Protesten gegen die US-Amerikanischen SOPA-Gesetzesvorhaben kommt nun auch die Diskussion um das europäische ACTA, dem geplanten &quot;Handelsübereinkommen zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie zwischen der Europäischen Union ...&quot; und der halben Welt wieder in Fahrt. Polen setzte nach...</summary>
    <author>
        <name>Joachim Bellé</name>
        
    </author>
    
        <category term="Demonstration" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
        <category term="Kommentar" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    <category term="acta" label="ACTA" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://ak-zensur.de/">
        <![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Nach den Protesten gegen die US-Amerikanischen SOPA-Gesetzesvorhaben kommt nun auch die Diskussion um das europäische ACTA, dem geplanten "Handelsübereinkommen zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie zwischen der Europäischen Union ..." und der halben Welt wieder in Fahrt. <a style="font-family: serif;" href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/151313">Polen</a> setzte nach erheblichem Widerstand seiner <a style="font-family: serif;" href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/151317">Bürger</a> tatsächlich die <a style="font-family: serif;" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Polen-setzt-Ratifizierung-von-ACTA-aus-1428126.html">Ratifizierung</a> des Vertrags vorläufig aus. Das ist überraschend, denn Europapolitiker betonen immer wieder, ACTA würde keine Gesetzesänderungen notwendig machen. Polens Ministerpräsident Tusk meint dagegen, es müsse zunächst geprüft werden, ob ACTA überhaupt mit dem Landesrecht vereinbar sei.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Die Aussage der ACTA-befürwortenden Politiker wird zumindest für Deutschland von <a href="http://www.internet-law.de/2012/02/ist-die-acta-hysterie-berechtigt.html">Experten</a> <a href="http://www.ferner-alsdorf.de/2012/02/das-anti-counterfeiting-trade-agreement-acta-und-das-deutsche-recht/wettbewerbsrecht/strafrecht/rechtsanwalt/verkehrsrecht/">bestätigt</a>. Fraglich aber ist, ob die Tatsache, dass bei uns keine Richtungsänderung unseres Urheber- oder Markenrechts zu erwarten sein wird uns <a href="http://www.internet-law.de/2012/02/gutachten-des-bmwi-schlagt-three-strikes-modell-nach-britischem-vorbild-vor.html">wirklich beruhigen sollte</a>. Keine Gesetzesänderungen bedeuten nicht, dass ACTA keine Auswirkungen auf uns Europäer hat. Denn ohne Auswirkungen wäre der ACTA-Vertrag sinnlos.</p>
<p><br />Wir halten fest:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; border: 1pt solid #000000; padding: 0.05cm;"><span>Die Aussage der ACTA-Befürworter, es müssten hier keine Gesetze geändert werden, kann eine Harmlosigkeit von ACTA nicht belegen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese Tatsache, dass kein Gesetz geändert werden muss, ist notwendige Bedingung für ein Handelsabkommen. Auch ein Parlament kann keinen Vertrag unterzeichnen, der gegen die eigenen Gesetze verstößt. Was uns hier als Feature verkauft wird, das ist einfach eine Selbstverständlichkeit. Dementsprechend forderte das EU-Parlament von der Kommission einen Nachweis dieser <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Skepsis-im-EU-Parlament-gegenueber-Antipiraterie-Abkommen-ACTA-1122480.html">Grundbedingung</a>.<br /><br />Wir halten fest:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; border: 1pt solid #000000; padding: 0.05cm;"><span>Parlamente entscheiden über zukünftige Gesetze. Es ist nicht möglich, die Handlungsfreiheit eines Parlaments durch einen internationalen Vertrag zwischen Nationen einzuschränken.</span></p>
<p><br />Was soll ACTA also neben dem Schutz von Kunden sowie Herstellern vor Plagiaten bewirken? Und wie will ACTA das ohne Gesetzesänderung erreichen? Unterschreibt Polen den ACTA-Vertrag, so muss es sich offensichtlich oder wenigstens möglicherweise unserem Recht anpassen. ACTA regelt, was bei Urheberrechtsverstößen geschehen soll. Demzufolge müsste das polnische Urheberrecht kompatibel zu dem unseren sein oder werden. Es wäre widersinnig unterschiedliche Gesetze zum Urheberrecht mit identischen Maßnahmen eines gemeinsamen Vertrags schützen zu wollen.</p>
<p><br />Wir halten fest:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; border: 1pt solid #000000; padding: 0.05cm;"><span>ACTA überträgt unser Urheberrecht auf andere Staaten.</span></p>
<p><br /><br />Eine Harmonisierung des Urheberrechts ist wünschenswert. Leider hat aber niemand das Patentrezept für ein faires Urheberrecht. Die Probleme sind vielfach und schwerwiegend. Das Recht auf Generika zur Lebensrettung etwa oder die Rechte von Bibliotheken und nationalen Kultureinrichtungen, wie auch Theater und Wissenschaft. Verbraucherrechte wie etwa der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ersch%C3%B6pfungsgrundsatz">Erschöpfungsgrundsatz</a> könnten durch die ACTA-Regeln untergraben werden.<br /><br />Auch das von ACTA propagierte und in Deutschland lange realisierte Verbot der Entfernung von Kopierschutzmaßnahmen ist vollkommen unklar wenn man bedenkt, dass ich auf meinem Rechner schon aus Sicherheitsgründen wenigstens potentiell der Herr über jedes Bit sein muss. Mach ich mich strafbar, nur weil ich unter Windows "meinen" für mich nutzlosen DRM-Treiber entfernt habe?<br /><br /><a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Digitale_Rechteverwaltung">DRM</a> ist eine dieser möglichen "Kopierschutzmaßnahmen". Ein definierter Schadensersatz für den Fall wenn DRM Schäden verursacht, ist nicht vorgesehen. DRM kann illegal Daten übertragen und reißt mit hoher Wahrscheinlichkeit Sicherheitslücken auf. Eine Bestandsgarantie der Rechte verwaltenden Server ist so wenig vorgesehen wie eine umfassende Aufklärung vor einem jeden Medienkauf. Doch Worte wie Verbraucher, Kreative oder Künstler kommen in ACTA nicht vor. Genau einmal wird von Nutzern gesprochen, denen offensichtlich die Rolle des passiven Konsumenten zugedacht ist. Das entspricht nicht der Realität im Internet oder in sozialen Netzwerken. Das ist nur der Traum der Rechteinhaber. Offensichtlich sind informierte und mündige Bürger deren Albtraum. Da nutzt auch nichts, wenn man meint, diese Dinge könnte doch der lokale Gesetzgeber regeln. Das kann er im internationalem Netz der globalisierten Welt eben genau nicht. Wer DRM festschreibt, der muss diese Probleme lösen.<br /><br />Wir halten fest:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; border: 1pt solid #000000; padding: 0.05cm;"><span>ACTA igonriert die Rechte der Verbraucher. ACTA eröffnet die Möglichkeit Verbraucherrechte sogar zu untergraben.</span></p>
<p><br />Gerade im digitalen Bereich ist ACTA unexakt, geradezu schlampig, überträgt einfach die Situation einer gefälschten Handtasche auf Kopien in einem internationalem Netzwerk. ACTA macht keinen Unterschied zwischen Wirtschaftskriminellen und Privatpersonen und auch keinen Unterschied zwischen materiellen und immateriellen Gütern. Die einzige plakative Reaktion ist das Verbot, die Kriminalisierung - mit dem Erfolg, dass jeglicher Download bis hin zu jeglicher Betrachtung .einer Webseite möglicherweise zur Straftat werden könnte. Natürlich ist das absurd, vermutlich sogar auch aus der Sicht von ACTA-Befürwortern. Minimale Rechte und Schutzvorkehrungen gibt es jedoch höchstens für Firmen, um sich gegen ungerechtfertigte Anschuldigungen wehren zu können. Allein die Forderung Rechteinhaber über den vermeintlichen Urheberrechtsverletzer frühzeitig von den Behörden informiert zu werden ermöglicht Rechteinhabern eine zweite Front auch gegen Privatleute. Ihre Verteidigung gegen dieses System ist nahezu unmöglich und massiv nervenaufreibend, ganz unabhängig von Schuld oder Unschuld. Was im Fall eines echten Plagiats für einen Rechteinhaber elementar sein kann, das kann gegen Privatpersonen bei Urheberrechtsverletzungen im Internet fatal und unverhältnismäßig werden. ACTA kennt per Definition keinerlei Sicherungen außer die für den Rechteinhaber. Stattdessen wird de facto die Untersuchung eines jeden "verdächtigen" Päckchens aus dem Ausland auf Urheberrechtsverletzung gefordert. Das tangiert das Postgeheimnis. Auch hier wird kein Schadensersatz definiert, wenn das beschlagnahmte Handy aus Fernost eine Fälschung war. Sie können ja klagen - irgendwo in Asien? Überträgt man diese Idee auf das Internet, so müsste jedes einzelne Päckchen einer jeden Mail, einer jeden Datenübertragung auf Zuruf von Rechteinhabern gescannt werden. Das nennt man <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Packet_Inspection">DPI</a> und das ist der Traum eines jeden Geheimdienstes und eines jeden Wirtschaftsspions. Damit wäre das freie Internet, so wie wir es kennen, obsolet.<br /><br />Wir halten fest:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; border: 1pt solid #000000; padding: 0.05cm;"><span>ACTA gefährdet potentiell Grundrechte und das Internet. Es bringt Privatleute in eine ungünstige, eigentlich für Firmen vorgesehene Rechtspositionen.</span></p>
<p><br />Wenn man nun aber ein solches Handelsabkommen Maßnahmen zum Schutz des bestehenden Urheberrechts festschreibt, so definiert man indirekt das bestehende Urheberrecht a) als gültig und b) als weitgehend invariant in allen Unterzeichnerstaaten. Dieses Urheberrecht ist das Recht, das zum Beispiel in Deutschland gilt. Das wird nicht nur in räumlich in Europa sondern auch für uns selbst in der Zukunft festgeschrieben. Eine Reform des Urheberrechts wird deutlich erschwert, in Teilen ganz unmöglich, europaweit, weltweit, heute und morgen. Dabei sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, dass ich zunächst das zu schützende Gut definieren muss und erst danach – weil davon abhängig - verhältnismäßige Maßnahmen zu Gesetzen erklärt werden können.<br /><br />Wir halten fest:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; border: 1pt solid #000000; padding: 0.05cm;"><span>ACTA schützt ein Urheber- und insbesondere Verwerterrecht, das wir alle als reformbedürftig erkannt haben.</span></p>
<p><br />Es ist ein erschreckend genialer Zug der Rechteinhaber. Der Status Quo der Länder mit den meisten Rechten an Kreativen Werken und Gegenständen wird möglichst weltweit in Raum und Zeit festgeschrieben. Der Status Quo sind umfassende Rechte für alle die sowieso Rechteinhaber sind. Da wo Einem Recht gewährt wird, da muss der Andere Rechte aufgeben. Der Andere sind Künstler genau so wie die Verbraucher, jeder der nach ACTA keinerlei erwähnenswerte Rechte besitzt. Man versucht das in Amerika mit SOPA und hier mit dem zugegeben "harmloseren" ACTA. Dazu nutzte man Geheimverhandlungen am europäischem Parlament vorbei, dazu setzt man <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bericht-USA-drohten-Spanien-im-Streit-um-Copyright-Schutz-1404949.html">Regierungen unter Druck</a>, wird nicht müde die Harmlosigkeit zu erklären oder versucht mit Selbstverständlichkeiten wie die Kompatibilität eines Handelsvertrags zu geltendem Recht den Menschen einzureden, es würde sich ja gar nichts ändern. Mehr noch, man versucht ACTA-Kritiker als <a href="http://www.cducsu.de/Titel__pressemitteilung_us_amerikanische_sopa_gesetzgebung_weist_in_die_richtige_richtung/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__20986/Inhalte.aspx">Unterstützer krimineller Vereinigungen</a> zu brandmarken.</p>
<p>Wenn wir auf dieser Ebene argumentieren wollen, dann kann ich nur sagen: Wenn sich nichts ändert, dann lasst es doch einfach sein!<br /><br />Ich brauche diese Ebene nicht.<br /><br />Wir brauchen vielmehr</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; border: 1pt solid #000000; padding: 0.05cm;"><span>ein neues Urheberrecht auch unter Einbeziehung von Kreativen und Verbrauchern und allen gesellschaftlichen Gruppen. Das Ergebnis können und sollten wir dann zusammen und sicher auch international schützen. </span></p>
<p><br /><br />Fazit:<br /><br />Die Aussage, wir müssten keine Gesetze ändern, die ist korrekt. Sie beruhigt aber nicht. Sie belegt, dass eine unumstritten unbefriedigende Situation – das veraltete Urheberrecht im digitalem Zeitalter – vertraglich festgeschrieben werden soll. Das betrifft uns und vor allen Dingen unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kreativen, die der Verbraucher, die Zukunft Kranker in armen Ländern, die des Gesetzgebers, der Parlamente und die der Behörden. Über diese Zukunft des Urheberrechts haben keine Medienkonzerne, kein Ausland und keine Regierungen zu entscheiden. Jedenfalls nicht alleine und nicht durch das einfache dreiste Schaffen von Fakten. Für Gesetze und Reglungen sind die Parlamente der Bürger in den Nationen und in Europa da. Parlamente dürfen sich nicht durch eine Lobby entmachten lassen. Die Massenproteste in Polen zeigen, das wir uns diese <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/36/36336/1.html">Rechte</a> auf ein vernünftiges Urheberrecht <a href="http://wiki.stoppacta-protest.info/DE:Uebersicht_Demos">nicht nehmen lassen</a>. Alles andere wäre schließlich auch verantwortungslos.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Update:</h3>
<p>- es wurde vorgeschlagen eine korrekte Übersetzung des von mir verkürzten ACTA Titels anzugeben. Ich kann das aus hoffentlich verständlichen Gründen nicht so satirisch übersetzen:<br /><br />"Handelsvertrag Eurer Majestät der Medienindustrie II, Herrscher über die <br />Europäische Union und ihren Mitgliedstaaten, Australien, Kanada, Japan, die <br />Republik Korea, die Vereinigten Mexikanischen Staaten, das Königreich<br />Marokko, Neuseeland, die Republik Singapur, die Schweizerischen<br />Eidgenossenschaft und die Vereinigten Staaten von Amerika"</p>
<p>- es wurde gefragt, ob der Titel gerechtfertigt wäre. Neu ist, dass die klare Aussage fehlt, dass es unsinnig ist wegen ACTA auf die Straße zu gehen wenn nicht gleichzeitig gegen unser eigenes fehlerhaftes und zu ACTA kompatiblem Urheberrecht protestiert wird. Das Kind ist schon lange in den <a href="http://carta.info/41203/doppelt-uberkreuz-die-gema-und-creative-commons/">Brunnen</a> gefallen - wie gerade auch der wie immer mit wachem Verstand zu lesende <a href="https://blog.fefe.de/?ts=b1ce8871">Fefe</a> feststellt. <br /><br />- bei dem von mir entfernten Windowstreiber handelte es sich um den mit jedem Windows XP automatisch installiertem secdrv.sys der Macrovision Corporation, Macrovision Europe Limited, and Macrovision Japan and Asia K.K. Ich wünsche deren Produkte inklusive der damit geschützten "Medien" nicht auf meinen Systemen. Ein Verbot der Entfernung dieser Kopierschutzmaßnahme und dieser potentiellen <a href="http://www.winhelpline.info/forum/news/151921-sicherheitsl-cke-im-safedisc-treiber-secdrv-sys.html">Sicherheitslücke</a> zwingt mich auf Windows zu verzichten. <br /><br />- Bei diesem Blogeintrag handelt es sich einzig um meinen eigenen Kommentar. Der Text spiegelt nicht unbedingt die "Meinung" irgend eines Mitglieds des AK-Zensur wieder. Natürlich kommt für uns keine "Zensur" einer Meinung in Frage.</p>]]>
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    <title>Danke!</title>
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    <published>2011-12-01T20:23:06Z</published>
    <updated>2011-12-01T21:21:28Z</updated>

    <summary><![CDATA[Der Bundestag hat vor wenigen Minuten nahezu einstimmig die Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes verabschiedet. Wir danken allen Mitstreitern: It's done! Und wir bleiben weiter wachsam. &nbsp; &nbsp;...]]></summary>
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        <name>AK Zensur</name>
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        <![CDATA[<p>Der Bundestag hat vor wenigen Minuten nahezu einstimmig die Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes verabschiedet.</p>
<p>Wir danken allen Mitstreitern: It's done!</p>
<p>Und wir bleiben weiter wachsam.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]>
        
    </content>
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    <title>Nachruf: Olaf, Du wirst uns fehlen!</title>
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    <published>2011-08-01T18:15:34Z</published>
    <updated>2011-08-04T13:01:56Z</updated>

    <summary>Heute erreichte uns eine sehr traurige und bestürzende Nachricht: Jörg-Olaf Schäfers ist sehr plötzlich und viel zu früh verstorben. Olaf war ein Freund und einer der engagiertesten Mitstreiter für ein freies und offenes Internet. Er setzte sich innerhalb und außerhalb...</summary>
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        <![CDATA[<p><img class="mt-image-right" style="float: right; margin: 0 0 20px 20px;" src="http://ak-zensur.de/2011/08/01/JoSchaefers-_2010_.jpg" alt="JoSchaefers-_2010_.jpg" height="196" width="196" />Heute erreichte uns eine sehr traurige und bestürzende Nachricht: Jörg-Olaf Schäfers ist sehr plötzlich und viel zu früh verstorben. Olaf war ein Freund und einer der engagiertesten Mitstreiter für ein freies und offenes Internet. Er setzte sich innerhalb und außerhalb des AK Zensur aktiv und konsequent für eine moderne Netzpolitik und gegen Überwachung und Zensur ein.</p>
<p>Seit vielen Jahren engagierte er sich für Informations- und Meinungsfreiheit und leistete wertvolle Arbeit – in seinem Blog, auf diversen Mailinglisten, als <a class="ext" href="http://odem.org/informationsfreiheit/o-ton--filter.html">Mitstreiter bei ODEM.org</a>&nbsp;und als <a class="ext" href="http://netzpolitik.org/author/jorg-olaf/">Autor bei netzpolitik.org</a>. Ihm gelang es beispielhaft über Hintergründe aufzuklären, sowie Verfahren nachvollziehbar und Diskussionen transparent zu machen. Es reichte ihm nicht, Missstände zu beklagen, er ging den Dingen auf den Grund. In unermüdlicher Arbeit wühlte er sich durch Akten, lernte die Untiefen der Politik, um den Kampf für seine Ideale, für unsere Ideale zu führen.</p>
<p>Olaf war ein Internet-Nutzer der ersten Stunde, eine Nachteule und ein wandelndes Lexikon. Man konnte ihm nachts um 4 Uhr Fragen stellen, zu deren Beantwortung andere noch nicht einmal tagsüber in der Lage waren. Wenn man ein Sitzungsprotokoll oder einen Mitschnitt brauchte – flugs stellte er die gewünschte Datei auf seinem Server bereit. Ruckzuck holte er alte Artikel oder Hintergrundinformationen aus seinem Archiv oder den Untiefen des Internets. Wenn schwere, undankbare Arbeit zu übernehmen war – er war einer der ersten, die sich freiwillig meldeten. Ohne Bezahlung, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Dass sein Name mit den Jahren zu einem Garanten für fundierte Information wurde, amüsierte ihn eher. Er engagierte sich für das, was er als richtig und wichtig erkannte.</p>
<p>Einst im IRC und im Usenet sozialisiert, hatte er sich die hohe Kunst des Online-Streitens angeeignet. Seine treffenden und manchmal bissigen Kommentare brachten ihm Respekt bei Freund und Feind ein. Ohne Leute wie ihn ist ein Kampf für ein besseres Netz, für eine bessere Welt nicht möglich. Sein Engagement für ein freiheitliches Netz ist nicht zu ersetzen. Er war eine der treibenden Kräfte, die das Wort „Netzpolitik“ mit Inhalten gefüllt haben. Ohne sein Engagement wären viele Erfolge auch des AK Zensur nicht möglich gewesen.</p>
<p>Lieber Olaf, Dein Tod ist ein schwerer Verlust für die deutsche Netzszene und für viele von uns, die mit Dir seit Jahren befreundet waren. Du bist viel zu früh von uns gegangen und hinterlässt eine große Lücke, die nicht geschlossen werden kann. Wir bedanken uns für all Deine Arbeit, Deine Leidenschaft, Deine Inspiration und dafür, dass Du immer ein offenes Ohr hattest. Wir werden immer gerne an Dich zurückdenken und versuchen, Deine Arbeit weiterzuführen. In Gedanken sind wir bei Deiner Familie.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Olaf im Netz:</strong></p>
<ul>
<li><a class="ext" href="http://fx3.de/">Seine Webseite</a></li>
<li><a class="ext" href="https://twitter.com/joschaefers">Olaf bei Twitter</a></li>
<li><a class="ext" href="http://www.facebook.com/profile.php?id=513038221">Olaf auf Facebook</a></li>
<li><a class="ext" href="http://netzpolitik.org/author/jorg-olaf/">Olafs Artikel bei netzpolitik.org</a></li>
<li><a class="ext" href="https://www.xing.com/profile/JoergOlaf_Schaefers">Olafs XING-Profil</a></li>
<li><a class="ext" href="https://plus.google.com/107604014706744599344">Olafs Profil bei Google+</a>&nbsp;</li>
<li><a class="ext" href="http://www.flickr.com/photos/27833412@N07/">Olafs Fotos auf FlickR</a></li>
</ul>
<p><strong>Andere Nachrufe:</strong></p>
<ul>
<li>Notizblog:&nbsp;<a class="ext" href="http://notes.computernotizen.de/2011/08/01/ein-streiter-fur-das-netz-ist-von-uns-gegangen/">Ein Streiter für das Netz ist von uns gegangen</a></li>
<li>netzpolitik.org:&nbsp;<a class="ext" href="http://netzpolitik.org/2011/wir-trauen-um-joerg-olaf-schaefers/">Wir trauern um Joerg-Olaf Schaefers</a></li>
<li>Pottblog:&nbsp;<a class="ext" href="http://www.pottblog.de/2011/08/01/joerg-olaf-schaefers-ist-tot/">Joerg-Olaf Schaefers ist tot</a></li>
<li>Michael Jäger:&nbsp;<a class="ext" href="http://michaeljaegertv.blogspot.com/2011/08/plotzlich-ist-es-leer-in-dir.html">Plötzlich ist es leer in Dir</a></li>
<li>Wired:&nbsp;<a class="ext" href="http://www.wired.de/2011/08/01/r-i-p-joerg-olaf-schaefers/">R.I.P. Joerg-Olaf Schaefers</a></li>
<li>unlesbar.de:&nbsp;<a class="ext" href="http://www.unlesbar.de/2011/08/jorg-olaf-schafer/">Jörg-Olaf Schäfer</a></li>
<li>wirres.net:&nbsp;<a class="ext" href="http://wirres.net/article/articleview/5857/1/6/">jörg-olaf schäfers ist tot</a></li>
<li>kühlschranknotizen:&nbsp;<a class="ext" href="http://www.falk-lueke.de/index.php/2011/08/01/und-irgendwo/">Und irgendwo..</a></li>
<li>H I E R:&nbsp;<a class="ext" href="http://mspr0.de/?p=2361">@JoSchaefers</a></li>
<li>Too much Information:&nbsp;<a class="ext" href="http://toomuchinformation.de/2011/08/01/r-i-p-joerg-olaf-schaefers-1972-2011/">R.i.p. Joerg-Olaf Schaefers (1972-2011)</a></li>
<li>Stefan Niggemeier:&nbsp;<a class="ext" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/jorg-olaf-schafers/">Jörg-Olaf Schäfers</a></li>
<li>heise online: <a class="ext" title="&quot;Wir halten uns für unglaublich schlaue Leute. Warum benehmen wir uns dann nicht auch so?&quot; – zum Tod von Jörg-Olaf Schäfers" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wir-halten-uns-fuer-unglaublich-schlaue-Leute-Warum-benehmen-wir-uns-dann-nicht-auch-so-zum-Tod-von-Joerg-Olaf-Schaefers-1316951.html">"Wir halten uns für unglaublich schlaue Leute. Warum benehmen wir uns dann nicht auch so?" – zum Tod von Jörg-Olaf Schäfers</a></li>
<li>cyberdelia: <a class="ext" href="http://cyberdelia.de/2011/08/vergessen-werden-ihn-viele-nicht-so-schnell.html">...vergessen werden ihn viele nicht so schnell</a></li>
<li>Indiskretion Ehrensache: <a class="ext" title="Permanent link to R.I.P. Joerg-Olaf Schaefers" rel="bookmark" href="http://www.indiskretionehrensache.de/2011/08/r-i-p-joerg-olaf-schaefers/">R.I.P. Joerg-Olaf Schaefers</a></li>
<li>Schockwellenreiter: <a class="ext" title="Permalink to Bye, Jörg-Olaf Schäfers" rel="bookmark" href="http://www.schockwellenreiter.de/blog/2011/08/02/bye-jorg-olaf-schafers/">Bye, Jörg-Olaf Schäfers</a></li>
<li>Dobschat: <a class="ext" title="Jörg-Olaf Schäfers" href="http://dobschat.de/2011/08/01/joerg-olaf-schaefers/">Jörg-Olaf Schäfers</a></li>
<li>czyslansky: <a class="ext" title="Permanent Link: Wir trauern um Jörg-Olaf Schäfers" rel="bookmark" href="http://www.czyslansky.net/?p=4562">Wir trauern um Jörg-Olaf Schäfers</a></li>
<li>mrtopf:<a class="ext" title="Permanent Link to Jörg-Olaf Schäfers ist von uns gegangen" rel="bookmark" href="http://mrtopf.de/blog/de/joschaefers/"> Jörg-Olaf Schäfers ist von uns gegangen</a></li>
<li>Burks' Blog: <a class="ext" rel="bookmark" href="http://www.burks.de/burksblog/2011/08/02/jorg-olaf-schafers-ist-tot">Jörg-Olaf Schäfers ist tot (Update)</a></li>
<li>F!XMBR: <a class="ext" title="Permanent Link to Jo" rel="bookmark" href="http://www.fixmbr.de/jo/">Jo</a></li>
<li>allesaussersport: <a class="ext" href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2011/08/02/screensport-am-dienstag-174/">Bye jo</a></li>
<li>Telemedicus: <a href="http://www.telemedicus.info/article/2051-Joerg-Olaf-Schaefers.html">Jörg-Olaf Schäfers</a></li>
<li>wiredvanity: <a class="ext" href="http://www.wiredvanity.com/articles/116/ruhe-in-frieden-joerg-olaf">Ruhe in Frieden, Jörg-Olaf.</a></li>
<li><a class="ext" href="http://www.heimkino-channel.de/">#heimkino</a>: RIP Jörg-Olaf 'ix' Schäfers <small>(Direktlink nicht möglich)</small></li>
<li>Universität Paderborn, Insitut für Medienwissenschaften: <a class="ext" href="http://kw.uni-paderborn.de/institute-einrichtungen/mewi/mitteilung/article/-e8819f2bc2/">In stillem Gedenken an Jörg-Olaf Schäfers </a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>]]>
        
    </content>
</entry>

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    <title>Netzneutralität für Dummies</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://ak-zensur.de/2011/06/netzneutralitat-fur-dummies.html" />
    <id>tag:ak-zensur.de,2011://14.774</id>

    <published>2011-06-24T16:50:07Z</published>
    <updated>2011-07-14T13:24:58Z</updated>

    <summary> Normal 0 21 Die Debatte um die Netzneutralität ist in vollem Gange. Doch was geht mich das an? Ich sage es Euch: die Internetfirmen wollen immer nur das Eine, nur unser Bestes! Sie wollen unser Geld. Zugegeben, manche möchten...</summary>
    <author>
        <name>Joachim Bellé</name>
        
    </author>
    
        <category term="Hintergrundinformationen" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    <category term="netzneutralität" label="Netzneutralität" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://ak-zensur.de/">
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<p class="MsoNormal" style="font-family: serif;">Die Debatte um die Netzneutralität ist in vollem Gange. Doch was geht mich das an? Ich sage es Euch: die Internetfirmen wollen immer nur das Eine, nur unser Bestes! Sie wollen unser Geld. Zugegeben, manche möchten auch noch Moral. Ganz als gingen Moral und Geld irgendwie zusammen.</p>]]>
        <![CDATA[<p><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal</w:View> <w:Zoom>0</w:Zoom> <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone> <w:DoNotOptimizeForBrowser /> </w:WordDocument> </xml><![endif]--></p>
<p class="MsoNormal">In den <a href="http://www.golem.de/1106/84430.html">Niederlanden</a> wurde gerade ein Gesetz verabschiedet, das es Internetzugangsanbietern verbietet für Internetdienste Dritter zusätzlich Geld vom Kunden zu fordern. Die <a href="http://www.heise.de/netze/meldung/Medienforum-Netzneutralitaet-mit-Diensteklassen-1265384.html">Telekom oder auch Vodaphone</a> selbst forderte kürzlich Geld von Google um Youtube-Videos besser an seine Kunden ausliefern zu können. Unverständlich, denn andere Provider schaffen das schließlich auch. Nicht youtube ist das Problem. Das Problem ist, dass die Telekom mehr verkauft als sie hat.</p>
<p class="MsoNormal">Dennoch, Bandbreite die damit entstehenden Kosten sind natürlich ein Problem für Anbieter, Provider und natürlich auch für die den Datenhighway realisierenden Peers. Wie jede Firma müssen sie mit ihren Ressourcen haushalten. Deshalb sind sie gleich auf mehrere Ideen gekommen.</p>
<p class="MsoNormal">Provider möchten sich den Zugang zu datenintensiven Diensten extra bezahlen lassen. Zum Einen möchte man von den Webseitenanbietern Geld für den Datentransport. Bezahlt also google nicht an die Telekom, dann werden Videos von youtube ruckeln so wie es heute bei der Telekom der Fall ist oder wenigstens war. Wie Anbieter an jeden einzelnen Internetanbieter der Welt bezahlen soll bleibt unklar. Klar ist nur, dass nichtkommerzielle Webseiten deutliche Probleme mit ihrer Erreichbarkeit bekommen werden.</p>
<p class="MsoNormal">Zum Anderen verlangt man von Kunden einen extra Bonus für "Premium-Inhalte" wie etwa youtube oder Skype. Zusätzlich möchte man verschiedene Dienste des Netzes mehr oder weniger unterbinden. Das geschieht heute schon beim Handysurfen wo Telefon über Skype natürlich für den Kunden viel billiger sein könnte als ein Gespräch über den Mobilfunkanbieter.</p>
<p class="MsoNormal">Weiter wird argumentiert, dass p2p viel zu viel Bandbreite braucht. Diesen Kostenfaktor möchte man sich sparen und sperrt kurzerhand bestimmte Datenkanäle (Ports) im Internet. Oder man verbiegt schon mal DNS-Anfragen. Letzteres ist auch die Technik, die bei Stopp-Schildern im Internet verwendet werden sollte. Mobilfunkanbieter gehen noch weiter. Sie fangen sämtliche Adressanfragen in ihrem Netz ein und beantworten sie selbst. Das kann allerdings sicher nicht mehr als Internetzugang bezeichnet werden. Damit wäre der Manipulation Tür und Tor geöffnet. Niemand würde mehr garantieren, dass die Webseite, die sie anwählten auch die ist, die sie wünschten.</p>
<p class="MsoNormal">Um neue Einnahmequellen zu generieren möchten die Internetzugangsanbieter Qualitätsklassen definieren. Wer viel Video über das Netz sieht, der soll dafür extra bezahlen. Genau so wie der, der p2p macht oder online spielt. Sogar die EMAIL soll kommerzialisiert werden oder ist kommerzialisiert.</p>
<h3 class="MsoNormal">Noch mehr Wünsche</h3>
<p class="MsoNormal">Man möchte also in die Kommunikation im Netz direkt eingreifen. Du sollst nicht "skypen" und Du sollst kein Linux via p2p laden. Du sollst nur das im Netz tun, das unserem Geschäftsmodell oder gar unserer Moral nutzt. Das passt das genau in die Denkweise der Internetregulierter. Die sehen nicht die Kunden. Sie sehen nur ihr schwindendes Geschäftsmodell, weil sie sich der "neuen Technik" nicht anpassen können oder wollen. Begründet wird das mit den beschränkten Ressourcen im Internet. Es wird behauptet, es gäbe gar nicht genug Leitungskapazität um heutigen Anforderungen gerecht zu werden.</p>
<h3 class="MsoNormal">Die Probleme</h3>
<p class="MsoNormal">Natürlich, wenn man vielleicht HDTV über das Internet übertragen möchte, dann wird es Probleme geben. Die Telekom hat dazu eine gute Lösung gefunden. Ihr IP-Fernsehen ist kein Internet. TV wird von der Telekom direkt an die Kunden geliefert. Das ist ein echter Mehrwert. Der belastet das Internet nicht. Erst in der letzten Meile wird TV in mit DSL integriert. Der Kunde bezahlt dafür. So ist es richtig, auch wenn die eingeschränkten Aufnahmemöglichkeiten mir persönlich nicht zusagen. Wenn so etwas im Internet geschieht, ein durch den Zugangsanbieter realisiertes Aufnahmeverbot oder besser gesagt ein Nutzungsverbot, so ist das inakzeptabel.</p>
<h3 class="MsoNormal">Undienste im Netz</h3>
<p class="MsoNormal">Es gibt Dienste im Netz, die einfach nicht dort hineingehören. Diese Dienste wurden teilweise lange vor dem Netz erfunden. Die Technik dieser Dienste wurde einfach auf das Netz übertragen. Dass es auch anders geht, das zeigt Internettelefonie mit Skype. Hier wird mit einer besonderen Technik nicht einfach ein Telefonnetz im Internet simuliert. Hier wurde eine internetgerechte Lösung gefunden. Das wird von Kunden akzeptiert, weil es gut funktioniert. Solche Technik mit internetkonformen Protokollen schont letztlich das Netz.</p>
<h3 class="MsoNormal">mögliche Forderungen</h3>
<p class="MsoNormal">Bevor neue kostenpflichtige Dienste im Internet etabliert werden ist sicherzustellen, dass das was Internet für uns ausmacht nicht gefährdet wird. Es muss sichergestellt werden, dass wir uns aus frei zugänglichen Quellen ungehindert unterrichten können. Und wir müssen unsere Meinung sagen dürfen, etwa wenn wir Anbieter sind. Es ist nicht Aufgabe von Firmen darüber zu entscheiden. Sie dürfen keinesfalls bestehende Dienste willkürlich durch kostenpflichtige Premium-Dienste ersetzen. Schon gar nicht durch Dienste Dritter. Youtube ist kein Dienst der Telekom.</p>
<p class="MsoNormal">Eine Art Basisinternet muss garantiert bleiben. Dieses Basisnetz ist inhaltlich definiert. Salopp gesagt: auch bei einer preiswerten Internetverbindung muss ich den AK-Zensur lesen können.</p>
<p class="MsoNormal">Anbieter werden nun sagen, das wäre ja garantiert. Niemand wolle eine Mauer errichten. Wenn aber eine Verletzung der Netzneutralität dazu führt, dass Inhalte verloren gehen, dann haben wir mehr als eine Mauer. Dann haben wir ein Loch. Finanziell motivierte Diskriminierung macht Seiten unbrauchbar und lässt sie verschwinden.</p>
<h4 class="MsoNormal">Deshalb mein Forderungsvorschlag:</h4>
<ul>
<li>Daten (IP-Pakete) müssen von den Firmen unabhängig von Sender, Empfänger und Inhalt transportiert werden.</li>
</ul>
<p class="MsoNormal">Diese Forderung ist analog zu den Pflichten der Post. Sie leitet sich direkt aus dem Grundgesetz ab. Es gibt ein Briefgeheimnis. Und Briefe werden befördert, ohne dass jemand auf Absender, Empfänger oder gar in den Brief hinein schaut. Ein Liebesbrief wird nicht langsamer transportiert als eine Rechnung nur weil es ein Liebesbrief ist. Freilich, eine Luftfrachtgebühr ist denkbar. Das nennt man im Internet "schnelles DSL". Klar, Geschwindigkeit darf kosten. Selbstverständlich!</p>
<ul>
<li>keine Manipultion von Internetpakten</li>
</ul>
<p class="MsoNormal">Zugangsanbieter haben nichts an der Kommunikation des Kunden zu manipulieren. Ports dürfen nicht verbogen, umgeleitet oder gesperrt werden. Inhalte müssen unangetastet bleiben. Selbst dann, wenn es Fehler gibt. Die Praxis einiger Anbieter auf eigene Werbeseiten umzuleiten, wenn eine Webseite nicht gefunden wird, die kann lokale Netze beeinträchtigen. Manipulation von Datenpaketen widerspricht sämtlichen Standards, nach denen das Netz<span>&nbsp; </span>funktioniert. Zugangsanbieter dürfen nicht einfach "ihr Netz" nach Gutdünken definieren.</p>
<ul>
<li>Internetprovider müssen ihre Angebote definieren und garantieren.</li>
</ul>
<p class="MsoNormal">6000'er DSL ist keine Definition. Wem nutzt ein schneller Anschluss, wenn der Internetprovider nur eine lahme Leitung ins Internet hat? Die heutigen Flatrates sind Mischkalkulation. Für Kunden bedeuten sie gerade einmal "bestenfalls". Deshalb ruckelten bei der Telekom die Youtube-Videos. Eine konkrete Angebotsdefinition verpflichtet die Provider für entsprechende Kapazitäten zu sorgen oder alternativ ein kleineres Angebot zu machen. Beides ist nicht nur fair, es entlastet auch das Netz.</p>
<ul>
<li>keine internetfernen Angebote im Internet</li>
</ul>
<p class="MsoNormal">Internetfern sind klassische leitungsgebundene Inhalte wie Telefon, TV und so weiter. Wer internetferne, datenintensive Angebote in das Netz einbringen will, der muss irgendwie für die notwendige Infrastruktur sorgen. Das Internet kennt kein Besetztzeichen. Bei Leitungsüberlastung werden Daten einfach verworfen und ggF. von ihrer Software neu angefordert. Alle Protokolle müssen technisch darauf Rücksicht nehmen. Das entlastet das Netz und stellt den Transport klassischer Internetdienste sicher. Alternativ zwingt es die Firmen das Netz dafür auszubauen, wofür Kunden zahlen.</p>
<ul>
<li>Keine Internetsperren</li>
</ul>
<p class="MsoNormal"><!--[if gte mso 9]><xml> <w:WordDocument> <w:View>Normal</w:View> <w:Zoom>0</w:Zoom> <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone> <w:DoNotOptimizeForBrowser /> </w:WordDocument> </xml><![endif]--><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;">Schon aus den bisherigen Forderungen ergibt sich die Konsequenz, dass es keine Internetsperren geben kann. Ohne Manipulation keine Sperre. Das steht im Einklang mit dem Grundgesetz und neuerdings auch mit dem Gesetzgeber und langsam auch mit der Meinung in der EU. Offensichtlich hat man erkannt, dass nicht die Kommunikation ein Verbrechen ist. Niemand kann über die Motivation von Kommunikation urteilen. Und niemand kann in Köpfe schauen. Das illegale oder gar menschenverachtende Angebot ist das Verbrechen. Notfalls müssen wir mit Gefahren leben - ganz wie in der Wirklichkeit. Was uns nicht hindert, uns dagegen aufzulehnen.</span></p>
<h3 class="MsoNormal">Kundenwünsche</h3>
<p class="MsoNormal">Es gibt weitere Möglichkeiten. Internetzugangsanbieter könnten dem Kunden die Möglichkeit einräumen den Anschluss je nach Nutzung und Bedarf "schneller" zu machen. "Schneller" definiert sich in Parametern wie Übertragungsgeschwindigkeit, Latenzzeit (Fastpath) oder Jitter. Keine Sorge, der Kunde muss nicht wissen was das ist. Die Software des Kunden, das Mailprogramm, der Browser oder das Videoprogramm könnte der Telekom sagen, was der Kunde gerade braucht. Die Telekom könnte nun die Daten über passende Leitungen übertragen. Sie könnte auch ihren Internetpartnern (Peers) mitteilen, dass dieses Paket auf Wunsch des Kunden nun mit bestimmen garantierten Parametern wird.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Das bedeutet</strong>: aufgrund technischer Anforderungen des Kunden <em>und nur des Kunden </em>werden die Daten mit bestimmten garantierten Parametern übertragen. Die Folge: das Spiel reagiert schneller, das Video ruckelt nicht und Skype hat keine Aussetzer. Der Zugangsanbieter spart dafür Kosten und Leitungskapazität. Für ein Internetspiel müssen Daten nicht unbedingt mit einer hohen Datenrate übertragen werden. Die Latenz ist technisch viel wichtiger. Eine von Gamern heute bevorzugte high-end Internetverbindung ist dazu gar nicht notwendig. Es gibt eine ganze Reihe von Techniken, die das ermöglichen. Am bekanntesten sind einfache Proxys oder auch Fastpath. Auch p2p-Techniken sind gut geeignet, das Netz zu entlasten. An effektiven Routingmechanismen wird schon sehr lange gearbeitet.</p>
<p class="MsoNormal">Der Internetzugangsanbieter muss die technischen Voraussetzungen schaffen, um seine Garantien einzuhalten. Das ist fair, denn der Kunde bezahlt dafür. Von unerreichbaren Maximalgrößen hat er aber gar nichts.</p>
<h3 class="MsoNormal">technische Qualitätsklassen</h3>
<p class="MsoNormal">Mein Modell der technischen Qualitätsklassen unterscheidet sich grundsätzlich von den inhaltsbezogenen Modellen der Internetzugangsanbieter. Mein Modell der Qualitätsklassen als definierte und garantierte Übertragungsparameter bringt Vorteile für Kunden, Internetanbieter und Zugangsanbieter. Es erzwingt einen Netzausbau, der durch die tatsächlich vom Kunden geforderte, bezahlte und vom Anbieter garantierte Leistung möglich wird. Es stellt sicher, dass die Basisdienste des Netzes (Surfen, Mailen usw) auch auf einem preiswerten Minimallevel möglich bleiben. Niemand muss dazu in Pakete hinein schauen.</p>
<p class="MsoNormal">Anbieter, wie youtube bezahlen sowieso für ihre Internetanbindung ganz genau wie der Privatkunde. Vereinfacht gesagt wird Google seine Leitung für youtube passend für Videos gemietet haben. Hätte Google das nicht getan, so würde keine Verletzung der Neutralität hier irgend etwas verbessern. So zahlt jeder für die Leistung, die er fordert. Eine grundrechtlich problematische Auswertung der Internetkommunikation ist dazu nicht notwendig.</p>
<h3 class="MsoNormal">technische Normung</h3>
<p class="MsoNormal">Selbstverständlich ist das Zukunftsmusik - obwohl wir größtenteils über die benötigte Technik verfügen. Es muss geklärt werden, wie die Software des Kunden seine Wünsche an den Provider weiter gibt. Ein Telekom-Webbrowser wäre nicht so sinnvoll. Es gibt unzählige internetfähige Anwendungen. Ein Zugangsanbieter ist gar nicht in der Lage, all diese Anwendungen anzupassen. Solche technischen Spezifikationen werden seit den Anfängen des Internet als RFC formuliert. Die Spezifikation in einem RFC stellt sicher, dass die Technik auch mit dem Notebook im Urlaub funktioniert. RFSs sind die technischen Gesetze des Internet.</p>
<h3 class="MsoNormal">Netzneutralität</h3>
<p class="MsoNormal">Aus meiner Sicht darf es keinen Eingriff in die Netzneutralität geben. <span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;">Die Vorstellungen der Zugangsanbieter sind nicht nur inakzeptabel. Sie sind auch Innovationshemmend..</span>Qualitätsklassen dürfen nicht aus dem Inhalt der Internetkommunikation abgeleitet werden. Sie dürfen nicht vom Ziel oder der Quelle der Kommunikation im IP-Paket abhängen. Hineinschauen in die Daten, das sogenannte DPI, geht wegen des Telekommunikationsgeheimnisses gar nicht. Eigenmächtige Entscheidungen der Internetfirmen über die Qualitätsklasse sind grundrechtlich nicht zu vertreten.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<h3 class="MsoNormal">weitere Info</h3>
<p class="MsoNormal">wer mehr zur Netzneutralität wissen möchte, dem sei Folgendes empfohlen</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/thema/Netzneutralit%C3%A4t">Heise</a> beschäftigt sich schon lange mit dem Thema</li>
<li>Die <a href="http://blog.koehntopp.de/plugin/tag/netzneutralit%C3%A4t">wunderbare Welt von Isotopp</a> macht konkrete Vorschäge und Definitionen.</li>
<li>Natürlich die Statements von <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/2010/Sitzungen/20101004/A-Drs__17_24_008-C_-_Stellungnahme_Lutz_Donnerhacke.pdf">Lutz Donnerhacke</a></li>
<li>und überhaupt die <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/Netzneutralitaet_Bericht_Projektgruppe_2011-06-06_Handlungsempfehlungen_zur_Netzneutralitaet/index.jsp">Netzneutralitätsecke </a>der Internetenquete des Bundestags.</li>
</ul>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>]]>
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    <title>Danke!</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://ak-zensur.de/2011/06/danke.html" />
    <id>tag:ak-zensur.de,2011://14.773</id>

    <published>2011-06-23T20:55:42Z</published>
    <updated>2011-06-23T21:42:43Z</updated>

    <summary>Anlässlich der Einigung bei Netzsperren auf EU-Ebene bedankt sich der AK Zensur herzlich bei Christian Bahls von MOGiS, bei Joe McNamee von EDRi, bei Jan Philipp Albrecht und Ralf Bendrath … und bei allen Mitstreitern, die in Brüssel in den...</summary>
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        <category term="Kurzmeldungen" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
    
    <category term="brüssel" label="Brüssel" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    <category term="censilia" label="Censilia" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    <category term="eu" label="EU" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    <category term="internetsperren" label="Internet-Sperren" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://ak-zensur.de/">
        <![CDATA[<p>Anlässlich der <a href="https://netzpolitik.org/2011/einigung-bei-internetsperren-in-der-eu/">Einigung bei Netzsperren auf EU-Ebene</a> bedankt sich der AK Zensur herzlich bei Christian Bahls von <a href="http://mogis-verein.de/">MOGiS</a>, bei Joe McNamee von <a href="http://edri.org/">EDRi</a>, bei Jan Philipp Albrecht und Ralf Bendrath … und bei allen Mitstreitern, die in Brüssel in den vergangenen Monaten tolle Arbeit geleistet haben.  Es macht Mut zu sehen, dass Lobbyismus in Bataillonstärke nicht automatisch gewinnt, sondern dass auch eine kleine Mannschaft viel erreichen kann, wenn sie nur genug Leidenschaft mitbringt.</p>]]>
        
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    <title>Demonstration anlässlich Innenministerkonferenz gegen Überwachung und Zensur am 21.6. in Frankfurt am Main</title>
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    <id>tag:ak-zensur.de,2011://14.772</id>

    <published>2011-06-20T11:12:40Z</published>
    <updated>2011-06-20T11:22:03Z</updated>

    <summary>Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) ruft anlässlich der am Dienstag und Mittwoch in Frankfurt am Main tagenden Innenministerkonferenz 2011 gemeinsam mit anderen Organisationen zur Demonstration gegen Überwachung und Zensur auf. Die Demonstration startet am Dienstag den 21.6....</summary>
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        <name>florian</name>
        
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        <![CDATA[<p>Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) ruft anlässlich der am Dienstag und Mittwoch in Frankfurt am Main tagenden Innenministerkonferenz 2011 gemeinsam mit anderen Organisationen zur Demonstration gegen Überwachung und Zensur auf. Die Demonstration startet am Dienstag den 21.6. um 18 Uhr auf dem Bahnhofvorplatz in Frankfurt.</p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Nach außen gibt die deutsche Regierung vor, sie verteidige die Rechte der Menschen auf freie Meinungsäußerung, auf</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> Demokratie und Gerechtigkeit. Sie verurteilt Menschenrechtsverletzungen  in China, Russland und Syrien, aber im eigenen Land herrscht Kontroll-  und Überwachungswahn.</span></strong></p>
<p><a href="http://aussenhuiinnenpfui.wordpress.com/"><img src="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/images//flyer%20imk%20demo%20vorratsdatenspeicherung.jpg" alt="" width="500" /></a></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Die  Gesetzgebung in Deutschland richtet sich zunehmend gegen die eigene  Bevölkerung. Überall dort, wo Informationen anfallen, werden diese ohne  irgendeinen Verdachtsmoment gesammelt, in undurchsichtigen Datenpools  verknüpft und ausgewertet. So ist die Verknüpfung von Geheimdienst und  Polizei durch die Umsetzung der sogenannten „Anti-Terror-Datei“, in der  Daten beider Behörden vernetzt werden, ein Novum der deutschen  Nachkriegsgeschichte. Die Verfassungsgeber der Bundesrepublik  Deutschland haben – wohlwissend ihrer geschichtlichen Verantwortung –  explizit die strikte Trennung dieser beiden Arten von  Staatsschutzbehörden in das Grundgesetz mit aufgenommen.</span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Dieser  unreife Umgang mit Informationen über die Bevölkerung stellt ein  zunehmendes Bedrohungs- und Verunsicherungs-Potenzial für uns alle dar.  Wir werden mit diffusen Bedrohungsszenarien konfrontiert und dann wird  im Namen einer vermeintlichen Sicherheit wird alles Machbare ohne  Skrupel umgesetzt, wird jeder Bewohner zur Terrorgefahr, werden wir  entmündigt.</span><br /> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Wir  wollen diese rückwärtsgewandte Politik nicht mehr, wir sind der  Souverän im Staate und nicht eine Herde Schafe, die von einem Rudel  Wölfe gehütet werden muss. Wir wollen keine freiheitsraubenden Gesetze  mehr, denn wir sind Bürgerinnen und Bürger, die in einer Demokratie  leben, die Grundgesetz und Freiheit als höchstes Gut sieht, und ohne  Total-Überwachung, Panikmache und Bevormundung auskommt!</span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Deshalb rufen wir euch auf, mit uns gemeinsam am 21.6.2011 ab 18 Uhr in Frankfurt gegen diese Politik zu demonstrieren.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Wir starten auf dem Bahnhofsvorplatz. Jede noch so ausgefallene Aktion wird von uns begrüßt solange sie friedlicher Natur ist. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="LEFT"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"> Weitere Informationen auf der Bündnis-Webseite: <a href="http://aussenhuiinnenpfui.wordpress.com">http://aussenhuiinnenpfui.wordpress.com</a><br /><br /> Ort: Frankfurt am Main </span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Start: Bahnhofsvorplatz</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Datum: 21.6.2011</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Uhrzeit: 18Uhr</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Der aktuelle Flyer zur Demo:</span></p>
<p><a href="http://aussenhuiinnenpfui.files.wordpress.com/2011/06/imk-flyer-05.pdf">IMK-Flyer-05</a> (PDF)</p>
<p><span style="font-family:Arial,sans-serif;">Der Demoaufruf auf Facebook:</span></p>
<p><a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=115849308503210"><span style="font-family:Arial,sans-serif;">http://www.facebook.com/event.php?eid=115849308503210</span></a></p>
<p>Hashtag auf Twitter:</p>
<p><a href="http://twitter.com/#%21/search/%23imkffm" target="_blank">#imkffm</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]>
        
    </content>
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    <title>Wider das Depublizieren</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://ak-zensur.de/2011/06/depublizieren.html" />
    <id>tag:ak-zensur.de,2011://14.771</id>

    <published>2011-06-11T12:15:19Z</published>
    <updated>2011-06-11T12:51:54Z</updated>

    <summary><![CDATA[In der vergangenen Woche war der AK Zensur – neben weiteren Vertretern – vom schleswig-holsteinischen Landtag aufgerufen, eine Stellungnahme zur aktuellen Gesetzgebung im Rundfunk- und Telemedienrecht (15. RÄStV) abzugegeben.&nbsp; Im Rahmen dessen hat der AK Zensur die Chance genutzt, um...]]></summary>
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        <name>AK Zensur</name>
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        <![CDATA[<p>In der vergangenen Woche war der AK Zensur – neben weiteren Vertretern – vom schleswig-holsteinischen Landtag aufgerufen, eine Stellungnahme zur aktuellen Gesetzgebung im Rundfunk- und Telemedienrecht (15. RÄStV) abzugegeben.&nbsp;</p>
<p><a href="http://ak-zensur.de/download/Stellungnahme-AK-Zensur--15-RAeStV.pdf">Im Rahmen dessen hat der AK Zensur die Chance genutzt</a>, um nochmals das „Depublizieren“ von Inhalten auf den Internetseiten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu kritisieren. Dabei geht es um die fortwährende Löschung von bislang hundertausenden Text-, Audio- und Videobeiträgen von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Geschuldet ist dies einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 2008 (12. RÄStV). Danach ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk aufgerufen, seine Online-Aktivitäten deutlich einzuschränken und somit im Ergebnis stetig Inhalte zu löschen. Ein solches künstliches Fernhalten von bereits produzierten Inhalten gegenüber den Rundfunkgebühren zahlenden Bürgern ist jedoch weder mit dem veränderten Mediennutzungsverhalten noch mit den technologischen Möglichkeiten des Internets vereinbar. Und nicht zuletzt ergeben sich dabei auch verfassungsrechtliche Zweifel.&nbsp;Insofern hat&nbsp;sich das Depublizieren als kontraproduktiv erwiesen – insbesondere läuft&nbsp;es dem Funktionsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zuwider.</p>
<p>Während Rundfunkräte in Anbetracht der flächendeckenden Löschungen Initiativen wie depub.org als „kreative Anarchie im Internet“ loben, geht der AK Zensur davon aus, dass statt anarchischer Strukturen in diesem Bereich eher ein mit Weitsicht handelnden Gesetzgeber gefragt ist. Diesem ist nun aufgegeben, den mehr als nur unbefriedigenden Zustand schnell wieder zu korrigieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Stellungnahme als PDF:</strong><br /><a href="http://ak-zensur.de/download/Stellungnahme-AK-Zensur--15-RAeStV.pdf">http://ak-zensur.de/download/Stellungnahme-AK-Zensur--15-RAeStV.pdf</a></p>
<p>&nbsp;</p>]]>
        
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