92% der Bundesbürger für Löschung statt Sperrung

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Pressemeldung des Arbeitskreises gegen Internet-Sperren und Zensur zur Umfrage über den richtigen Weg im Kampf gegen Kinderpornographie im Internet.

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Wie ZEIT online heute berichtet, hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap eine weitere Umfrage zur Akzeptanz von Internet-Sperren durchgeführt. Nachdem eine Erhebung im Auftrag der Deutschen Kinderhilfe eine Mehrheit von 92 Prozent für Internet-Sperren erbrachte (Die WELT vom 16. Mai 2009), zeichnet die neue im Auftrag des Vereins Mogis, MissbrauchsOpfer gegen Internet-Sperren, ein deutlich differenziertes Bild:

Grafik-Mogis-Umfrage.png

Die Aussage "Der Zugang zu Internetseiten mit Kinderpornographie sollte durch eine Sperre erschwert werden, das reicht aus, auch wenn die Seiten selbst dann noch vorhanden und für jedermann erreichbar sind" wurde von mehr als 90 Prozent der rund 1000 Befragten abgelehnt.

Breite Zustimmung mit 92 Prozent hingegen gab es für die Aussage "Internetseiten mit Kinderpornographie sollten konsequent gelöscht und die Betreiber strafrechtlich verfolgt werden." Und nur zwei Prozent der im Auftrag von Mogis Befragten befürworteten die totale Freiheit des Internets.

Dazu erklärt der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur):

"Diese Umfrage macht deutlich, dass es in der deutschen Bevölkerung einen breiten Konsens für die konsequente Löschung und rigorose Strafverfolgung kinderpornographischer Inhalte im Internet gibt. Weiterhin zeigt sie, dass die Bürger sehr wohl zwischen wirksamen und Placebo-Maßnahmen unterscheiden können. Der Unterschied zur Infratest-Dimap-Umfrage im Auftrag der Deutschen Kinderhilfe führt unmissverständlich vor Augen, dass die Bürger das Wort "Sperren" offensichtlich falsch interpretieren und die geplanten Maßnahmen deshalb für wirksam halten. Vor die Wahl gestellt würde sich die überwältigende Mehrheit von ihnen für die wirklich wirksame Methode, nämlich Löschung nebst Strafverfolgung, entscheiden.

Wir fordern daher die Bundesregierung auf: Nehmen Sie den Bürgerwillen ernst, wie er sich auch in der erfolgreichen Petition gegen Internetsperren manifestiert. Machen Sie endlich Schluss mit bloßer Symbolpolitik auf dem Rücken missbrauchter Kinder!"

 

Mogis ist Mitglied im Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur.

 


Aussender: Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur)
Web: http://ak-zensur.de/

Pressekontakt:
Alvar Freude
presse@ak-zensur.de
(0179) 13 46 47 1

 

Über den Arbeitskreis gegen Internet-Sperren (AK Zensur):

Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) spricht sich gegen die von der Bundesregierung geplanten Internetsperren aus und fordert eine effektive Bekämpfung von Kindesmissbrauch anstatt einer Symbolpolitik, die nur das Wegschauen fördert, den Opfern nicht hilft und dafür die Grundrechte der Allgemeinheit einschränkt. Er koordiniert die Arbeit der Sperrgegner, freut sich aber gleichzeitig über die vielen Aktivitäten, die dezentral on- und offline stattfinden.


Dem AK Zensur gehören unter anderem an: der Chaos Computer Club, der FoeBuD e.V, der Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft e.V. (FITUG), das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF), die MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren, netzpolitik.org und die Online-Plattform ODEM.org.

 

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Kurzer Hinweis zu den Pressemeldungen des Arbeitskreises gegen Internet-Sperren und Zensur: Diese befinden sich ab sofort auf der neuen Webseite des AK Zensur in der Rubrik Presse. Es gibt auch einen RSS-Feed und interessierte Journalisten können sich ... Mehr

Die Große Koalition hat sich auf eine Zensur des Internets geeinigt. Vermarktet wird der Frontalangriff auf die demokratische und freie Kommunikationsgesellschaft als “Maßnahme gegen die Verbreitung von Kinderpornografie”, obwohl Experten... Mehr

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1 Kommentar

Lustig: Zwei Studien, zwei diametrale Aussagen. Aber wo bitte sind die Quellen???

Um den Wert solcher "Studien" beurteilen zu können, reicht es ja wohl nicht aus, ihre "Ergebnisse" zu berichten. Weder hier noch bei der Welt finde ich einen Link auf die Fragebögen, mit denen gearbeitet wurde, geschweige denn auf die statistischen Grundlagen bzw. Auswertemethoden. Ohne diese kann ich die Ergebnisse glauben oder nicht, eine fundierte Meinungsbildung ist damit nicht möglich...

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